Das Projekt "Schepken Christi"

"Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation - 500 Jahre Migration" ist das Motto für die Evangelisch-reformierte Kirche im Jahr 2017. Den Auftakt bildete der Europäische Stationenweg zum Reformationsjubiläum, der vom 29. bis 31. März in Emden Halt machte.

Zentrales Motiv für den Stationenweg und den nun folgenden Reformationssommer in Emden ist das "Schepken Christi".


Das Motiv des "Schepken Christi" geht zurück auf die Reformationsgeschichte Emdens, später wurde es im Lauf der Jahrhunderte zum Sinnbild der Evangelisch-reformierten Kirche und zu ihrem Siegel. 1655 stifteten Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden, die im Zuge der Reformationszeit Zuflucht in Emden fanden, der Großen Kirche in Emden das Relief mit dem Schepken als Dank für die Aufnahme in der Stadt. Noch heute ist es am Ostportal der Johannes a Lasco Bibliothek zu sehen.

Das Relief trägt die Inschrift „Godts Kerck vervolgt Verdreven. Heft Godt hyr Trost gegeven” (Gottes Kirche verfolgt, vetrieben. Gott hat hier Trost gegeben). Das Schepken Christi steht für Flucht und Aufnahme, für Vertreibung und Integration - für die Geschichte der Evangelisch-reformierten Kirche.


Die Seetjalk Anne

Für die Feiern des Reformationsjubiläums wird die Seetjalk Anne zum "Schepken Christi". Die Evangelisch-reformierte Kirche und die Stadt Emden haben den Nachbau eines historischen Segelschiffes für das Jahr 2017 beim Verein für historischen Schiffbau in Ostfriesland geachartet.

Beim Stationweg zum Reformationsjubiläum lag die Anne als "Schepken Christi" im Ratsdelft am Hafentor, direkt neben dem Geschichtenmobil - als Symbol für das Motto "Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation - 500 Jahre Migration".

Das Schiff schlägt eine Brücker von der Flucht und Ankunft von Menschen zur Zeit der Reformation zur aktuellen Flucht und Vertreibung, die Europa heute in Atem hält. „Wir haben das Projekt auch ‚Schepken Christi‘ genannt, um zu zeigen wie eng wir als Kirche uns mit der Migration von vor 500 Jahren und der aktuellen Migration verbunden fühlen", betonte Kirchenpräsident Martin Heimbucher beim Stationenweg in Emden.


Ein Ausstellungsschiff entsteht

Im Sommer 2017 wird das Reformationsschiff im Emder Hafen zum Erlebnisort für 500 Jahre Reformations-, Migrations- und Integrationsgeschichte werden. Im Laderaum und an Deck entsteht eine Ausstellung auf kleinstem Raum. Diese folgt dem Sinnspruch des Schepken Christi an der Großen Kirche: „Gods Kerk vervolgd, verdreven het Gott hier Trost gegeven“.

Erfahrungen von Flucht und Ankunft aus fünf Jahrhunderten werden hier lebendig - die Geschichten, die schon beim Stationenweg erzählt wurden, werden hier zusammengetragen. Erinnerungsstücke berichten von Vertreibung und Integration.

Außerdem wird das Schiff zur Bühne für Vorträge, Lesungen und Konzerte.

Die Eröffnung ist für den 22. Juni vorgesehen.


Der Liegeplatz

Das "Schepken Christ" liegt in Emden im Ratsdelft direkt am Hafentor, nur wenige Schritte von der Johannes a Lasco Bibliothek ud dem historischen Rathaus entfernt. festmachen. Vom 29. bis 31. März stand hier auch das Geschichtenmobil.