Synode richtet Blick auf Zukunft der Gottesdienste
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden hat eine offene Debatte über die Zukunft der Gottesdienste gefordert. In ihrem Bericht vor der Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche in Emden am Donnerstag, 21. Mai, sagte sie, der Sonntagsgottesdienst sei nach reformiertem Verständnis zwar „das Zentrum christlicher Gemeinde“, dieser Anspruch werde jedoch „längst nicht mehr überall sichtbar“. Das betreffe sowohl die Besucherzahlen als auch „Lebendigkeit und Qualität der Gottesdienste“. Über diese Entwicklung werde jedoch oft nicht offen gesprochen.
Viele Gemeinden hielten trotz rückläufiger Teilnahme an der regelmäßigen Feier in der eigenen Kirche fest. Gottesdienste, die nur noch von einer „immer älter werdenden und ständig schrumpfenden Kerngemeinde“ besucht würden, trügen jedoch kaum dazu bei, neue Zielgruppen anzusprechen, sagte Bei der Wieden. Wenn dieser Entwicklung nicht entgegengewirkt werde, könne das gottesdienstliche Leben „an vielen Orten allmählich verschwinden“. Zugleich betonte sie, dass viele Menschen Gottesdienste weiterhin als „positiv und bewegend“ erlebten.
Als Reaktion will sich nun der Zukunftsausschuss gemeinsam mit dem Ausschuss für Mitgliederorientierung und Öffentlichkeitsarbeit intensiver mit dem Thema befassen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, wie Qualität und Attraktivität von Gottesdiensten gesteigert werden können und ob die Vielzahl sonntäglicher Angebote ihrer Qualität möglicherweise im Weg steht. Geplant sind zudem neue Modelle gemeinsamer Gottesdienste, eine stärkere regionale Kirchenmusik mit mehr popularmusikalischen Elementen sowie neue liturgische und musikalische Formen. Ziel sei es, Gottesdienste wieder zu Orten zu machen, „an denen Menschen Kraft schöpfen für ihr Leben“ und Gemeinschaft erfahren.
21. Mai 2026
Ulf Preuß, Pressesprecher
Weiteres wichtiges Thema des Berichts der Moderamens war die Strukturreformdebatte in der Evangelisch-reformierten Kirche
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