Leitfaden für Kirchengemeinden in der Corona-Zeit

Foto: Christian Daum / pixelio.de

Hier finden Sie die aktuellsten Regelungen für das gemeidliche Leben auf Grundlage der behördlichen Richtlinien, zuletzt geändert am 22.6.2020 durch das Land Niedersachsen.


Regelungen in der Evangelisch-reformierten Kirche zum Umgang mit dem Corona-Risiko im gemeindlichen Leben

(Stand: 22. Juni 2020).

Hinweis: Diese Regelungen gelten bis zum 13. Juli 2020. Danach soll es eine grundsätzliche und kompaktere Verordnung geben, die dann für längere Zeit Gültigkeit hat.

Die Corona-Epidemie stellt unseren Gemeinsinn und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für Kirche und Gemeinden eine besondere Herausforderung. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz unserer Gemeindeglieder und für unsere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. Wir wollen zugleich Wege finden, wie wir gerade in dieser Ausnahmesituation die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung miteinander teilen und an andere weitergeben können.

(Aktuelle Änderungen [fett hervorgehoben] betreffen Basare, Veranstaltungen in Kirchengemeinden, Konzerte und andere Veranstaltungen, Reisen von Kinder- und Jugendgruppen, Chor- und Bläserarbeit, Kinder- und Jugendarbeit/Eltern-Kind-Gruppen, Kindertagesstätten.)


Grundsätzliches
Ab sofort ist es im öffentlichen Raum zulässig, dass sich entweder Angehörige von zwei Haushalten unabhängig von der Anzahl der Personen oder Gruppen von bis zu 10 Personen aus verschiedenen Haushalten treffen.

Die durch staatliche Behörden angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten auch für alle Kirchen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen.

Die unten angeführten Regelungen und Empfehlungen basieren auf den von der Bund-Länder-Konferenz am 15. April 2020 gefassten Beschlüssen. Konkretisiert wird dies für die meisten unserer Gemeinden in der Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie; in der aktuellen Fassung vom 22. Juni 2020.

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/vorschriften-der-landesregierung-185856.html

In den anderen Bundesländern variieren die Regelungen zu Gottesdiensten teilweise, dies gilt es zu beachten. Eine Übersicht dazu finden Sie hier: Download PDF


Gottesdienste/Taufen/Trauungen
Gottesdienste sind unter eingeschränkten Bedingungen wieder möglich: unter der Voraussetzung, dass die Abstandsregel gewahrt bleibt und sonstige Vorkehrungen zum Infektionsschutz getroffen werden. Alle Fragen zu Gottesdiensten beantwortet die Handreichung der Evangelisch-reformierten Kirche "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie", die am 6. Mai 2020 allen Kirchen zugestellt wurde. (Veränderungen vom 15.4.20 finden sich in einem Beiblatt zur Handreichung)

In der Handreichung heißt es unter anderem: "Es müssen nicht in allen Kirchen unserer Landeskirche an allen Sonn- und Feiertagen ab sofort wieder Präsenz-Gottesdienste gefeiert werden."

Die Entscheidungen darüber treffen die Kirchenräte und Presbyterien vor Ort. Sie sind dafür verantwortlich, die notwendigen Hygienekonzepte zu erarbeiten und sicherzustellen.
Begrenzung der Zahl der Teilnehmenden durch Abstandsregel

Der Zugang zu Gottesdiensten ist je nach Größe des Raumes zahlenmäßig zu begrenzen. In jedem Fall ist zu gewährleisten, dass stets ein Abstand von mindestens 1,5 Metern voneinander gewahrt werden kann, auch in den Eingangsbereichen. Unter Wahrung der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern zu anderen Gottesdienstteilnehmern können Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, zusammensitzen.

Die Berechnung und Festlegung der Zahl ist für jede Kirche und jeden Gemeinderaum anhand der Größe des Raumes sowie der Zahl und der Anordnung der zur Verfügung stehenden Sitzplätze einzeln vorzunehmen.

Die Handreichung behandelt auch, wie bei Taufen und Trauungen zu verfahren ist.

Bei Trauungen und Taufen ist zu beachten, dass bei der anschließenden Feier der Kreis der Teilnehmenden seit dem 8. Juni auf höchstens insgesamt 50 Personen begrenzt ist. (siehe unten mehr!) Diese Beschränkung gilt nach § 2 c der niedersächsischen Verordnung auch für Versammlungen der gottesdienstlichen Hochzeitsgesellschaft im Freien (z.B. vor der Kirche).

Download der Handreichung    -   Download des Beiblatts der Handreichung mit den Änderungen vom 15.4.20


Gottesdienste unter freiem Himmel
Ab dem 8. Juni 2020 sind in Niedersachsen kulturelle Veranstaltungen im Freien möglich, wenn alle Teilnehmenden auf Stühlen sitzen und zwischen Personen aus unterschiedlichen Haushalten mindestes 1,5 m Abstand eingehalten werden. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf max. 250 begrenzt. (Siehe mehr dazu unten.) Zwar gilt diese Begrenzung der Teilnehmendenzahl nicht explizit für Gottesdienste unter freiem Himmel gilt, sie kann aber als Richtwert gelten.


Beerdigungen
Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob die Trauerfeier anstelle in einer kleineren Friedhofskapelle auch in der Kirche stattfinden kann.
Vom 8. Juni 2020 an gilt in Niedersachsen: „Im Rahmen einer Beerdigung nach einem Gottesdienst oder einer ähnlichen Zeremonie ist die Zahl der am letzten Gang zur Grab- oder Beisetzungsstelle teilnehmenden Personen auf 50 beschränkt; dies gilt auch für den Aufenthalt an der Grab- oder Beisetzungsstelle.“

Der Gottesdienst, der anlässlich einer Beerdigung stattfindet, kann unter Einhaltung der Abstands- und Hygienerichtlinien auch eine höhere Personenanzahl vorsehen.


Singen und Kirchenmusik
Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Von daher sollte auf Gemeindegesang bis auf weiteres verzichtet werden.

Auf die Mitwirkung von Chören und Posaunenchören soll verzichtet werden, bis eine wissenschaft-liche Klärung über das erhöhte Gefährdungspotential vorliegt.

Gesang sowie Musik durch kleine musikalische Gruppen, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, ist möglich. In diesen Fällen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aller Zuhörenden vorgeschrieben. Zudem ist auf ausreichenden Abstand (bei Bläsern und Sängern 5 m) zu achten. Die maximale Anzahl der Sänger und Instrumentalisten ist abhängig von der Größe der Räume. Wir empfehlen auch in großen Kirchen maximal mit 4 Personen zu musizieren.

Denkbar ist es auch, Musik und Lieder einzuspielen. Bei Freiluftgottesdiensten und im diakonischen Einsatz ist das Zusammenspiel kleiner Chöre oder kleiner Bläsergruppe . Sie halten untereinander einen Abstand von 3 Metern und zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden von 10 Metern.


Konfirmandenunterricht
In Niedersachsen ist der Konfirmandenunterricht in Einrichtungen der Kirchengemeinde unter der Voraussetzung zulässig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen, das mögliche Ansteckungsgefahren minimiert. Dieses Konzept sollte sich an den Empfehlungen zum Gottesdienst orientieren.

Bei Überlegungen zu einer Wiederaufnahme des Konfirmandenunterrichts unter diesen Bedingungen ist es ratsam, auch den Beginn des Schulunterrichts für die entsprechenden Jahrgänge zu berücksichtigen.


Konfirmationen
Im Blick auf Konfirmationsgottesdienste gelten die Regelungen für Gottesdienste. Hierzu findet sich ein Abschnitt mit entsprechenden Empfehlungen in der Handreichung "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie" vom 6. Mai 2020.

Die Teilnahme an Feiern aus Anlass einer Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder ähnlichem ist bis zu 50 Personen gestattet. Nach Auskunft des Landes Niedersachsen gilt dies sowohl im Privatbereich als auch im Restaurant. Dort ist es z.B. möglich, sich an einen großen Tisch zu setzen – vorausgesetzt, der Wirt oder die Wirtin lässt dies zu.

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/antworten_auf_haufig_gestellte_fragen_faq/antworten-auf-haufig-gestellte-fragen-faq-186686.html


Gemeindliche Angebote für Kinder und Jugendliche (ab 22. Juni 2020)
Zulässig sind gemeindliche Angebote für Kinder- und Jugendgruppen bis zu 10 Personen einschließlich der Aufsichtspersonen. Bei Eltern-Kind-Angeboten werden die zum eigenen Haushalt gehörenden Kinder auf die Zahl der Personen nicht angerechnet.

Bei den Angeboten muss die Aufsicht durch pädagogische Fachkräfte oder ehrenamtlich Tätige in der Jugendarbeit, die im Besitz einer Jugendleitercard sind, gewährleistet sein. Es ist sicherzustellen, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhält zu jeder anderen Person, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand oder zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehören. (Diese Regelung hat praktische Relevanz für die Eltern-Kind-Gruppen, da dort mehr als 10 Personen teilnehmen können).

Zudem ist es verpflichtend den Familiennamen, den Vornamen, die vollständige Anschrift und eine Telefonnummer jeder Teilnehmerin bzw. jedes Teilnehmers zu dokumentieren und die Daten für die Dauer von drei Wochen aufzubewahren. Ohne diese Dokumentation darf der Zutritt zu dem Angebot bzw. der Jugendgruppe nicht gewährt werden. Die Dokumentation ist dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen vorzulegen. Spätestens einen Monat nach Beendigung der Auf-führung sind die Daten der betreffenden Person zu löschen.


Konfirmanden-, Jugend- und Familienfreizeiten
Bei Freizeiten sind in der Regel viele Menschen auf engem Raum zusammen und das Infektionsrisiko deshalb hoch. Solange die 1,5 m Abstandsregel gilt, ist die Durchführung von Konfirmanden- und Jugendfreizeiten nicht möglich.

Bis mindestens zum 31. August 2020 bleiben alle Kinder- und Jugendfreizeiten vom Land Niedersachsen untersagt.

AUSNAHME: Die Reisen von Kinder- und Jugendgruppen mit Übernachtung sind für Gruppen von bis zu 16 Personen zulässig. Das Hygienekonzept nach den gemeinsamen Empfehlungen des Landesjugendringes Niedersachsen e.V. und der LAG Offene Kinder- und Jugendarbeit Niedersachsen e.V. sind einzuhalten.

Das für Ende August geplante KonfiCamp musste abgesagt werden.

Es werden möglicherweise Ausfall- und Stornokosten entstehen. Diese sind nicht durch eine Versicherung abgedeckt. Die Landeskirche prüft derzeit, inwieweit sie sich an den Ausfallkosten beteiligen kann. Bitte reichen Sie ggfs. beim Landesjugendpfarramt einen Nachweis über entstandene unabweisbare Stornokosten ein.


Seelsorge
Zum Selbstschutz und vor allem zum Schutz anderer ist es ratsam, persönliche Kontakte in der Seelsorge derzeit auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Stattdessen sind die Pastorinnen und Pastoren gebeten, Seelsorge vor allem per Telefon und Brief zu leisten und feste Telefon-Sprechstunden anzubieten.

Seit dem 11. Mai 2020 gilt in Niedersachsen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Zugang zu Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Heimen und
unterstützenden Wohnformen sowie Einrichtungen der Tagespflege zu gewähren ist. Dies kann allerdings mit Auflagen verbunden werden, die die Gefahr einer Infektion vermindern. Es ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob ein Besuch in einem Heim aus seelsorgerlichen Gründen notwendig ist. Insbesondere sind die Auflagen der jeweiligen Hausleitung zu beachten.

Trauergespräche können nur im kleinsten Kreis unter Einhaltung der Hygienevorschriften und der Abstandsregelungen stattfinden.

Bei der Begleitung Sterbender muss ein Selbst- und Fremdschutz nach klinischen bzw. pflegerischen Standards gewährleistet werden.


Gemeindebüros
Wir empfehlen, Gemeindebüros auch weiterhin noch für die Öffentlichkeit zu schließen. Bitte halten Sie auch unter den Mitarbeitenden den Mindestabstand ein. Die Bearbeitung eingehender Post sowie telefonische Beratung ist zu gewährleisten.


Kirchenöffnung
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat festgestellt, dass Kirchen nicht „gänzlich geschlossen“ gehalten werden müssen: „Einzelne Gläubige können zum stillen Gebet in die Kirche kommen, wobei die vorgegebenen Abstandsregeln einzuhalten sind.“

Zugang und Einlass in die Kirche kann nur unter Aufsicht und zu klar bekanntgegebenen und begrenzten Zeiten geschehen. Es muss sichergestellt sein, dass jede Person beim Betreten und Verlassen sowie beim Aufenthalt in der Kirche einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die nicht zum selben Haushalt gehört.

Die Entscheidung über eine eventuelle Öffnung ihrer Kirche trifft der Kirchenrat oder das Presbyterium.


Kirchliche Veranstaltungen (ab 22. Juni 2020)
Alle kirchlichen Gremien und Zusammenkünfte, wie z.B. gemeindliche Gruppen, können wieder stattfinden, wenn sichergestellt ist, dass jede Person beim Betreten, Verlassen und beim Aufenthalt 1,5 Meter Abstand zu allen anderen Personen, die nicht aus dem eigenen Hausstand stammen, haben. Dies gilt auch für Angebote der Evangelischen Erwachsenenbildung.

Hierfür muss ein vom Kirchenrat/Presbyterium beschlossenes Hygienekonzept für die Gemeinderäume vorliegen und allen Gruppen und Kreisen bekannt sein.


Basare etc.
Messen, Spezialmärkte und ähnliche Veranstaltungen mit gemeinnütziger Bestimmung, wie z.B. kirchliche Basare, können wieder unter freiem Himmel stattfinden – bei Wahrung der Abstands- und Hygieneregelungen.

Großveranstaltungen (dies sind in Niedersachsen Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmenden) sind auf jeden Fall bis 31. Oktober 2020 untersagt.


Kulturelle Veranstaltungen (geändert 22. Juni 2020)
Kulturelle Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte o.ä. können wieder stattfinden. Es dürfen max. 250 Personen teilnehmen, alle Personen müssen 1,5 Meter Abstand halten (es sei denn, es sind Gruppen zweier Haushalte oder max. 10 Personen). Die Anwesenden sind zu dokumentieren. Die Veranstaltung kann sowohl in Räumen oder im Freien stattfinden. Bei Veranstaltungen in Räumen ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Damit eine Infektionskette ggf. nachvollzogen werden kann, sind die Veranstalter dazu verpflichtet, Name, Anschrift und Telefonnummer aller Besucherinnen und Besucher aufzunehmen.

Für Gottesdienste gilt diese Dokumentationspflicht wegen des besonderen verfassungsrechtlichen Schutzwertes des persönlichen Glaubens nicht.

Führungen von Gruppen bis zu 10 Personen sind unter freiem Himmel zulässig. Dies gilt z.B. für Führungen an einer Kirche oder auf einem historischen Friedhof. Es ist sicherzustellen, dass jede teilnehmende Person von jeder anderen Person einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhält. Zudem ist jede teilnehmende Person verpflichtet, während der Führung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.


Gemeindefahrten
Touristische Busreisen sind unter Auflagen wieder möglich. Da allerdings der Veranstalter für die Einhaltung aller Auflagen verantwortlich ist, empfehlen wir, dass Kirchengemeinden, die solche Fahrten anbieten wollen, nicht selbst Veranstalter sind, sondern die Fahrten über professionelle Reiseunternehmen durchführen lassen.

Familienferienstätten und vergleichbare Einrichtungen, wie kirchliche Tagungsstätten können ab dem 8. Juni unter Auflagen wieder bis zu 80% der Betten belegen. Es dürfen auch wieder Gruppen aufgenommen werden, sofern es sich nicht um Kinder- und Jugendgruppen handelt.


Regelungen für kirchenmusikalische Probenarbeit
Orgelunterricht kann in den Kirchen erteilt werden – unter Wahrung der Abstandsregel, versteht sich.

In Niedersachsen ist für Chöre sowie für Bläserensembles mittlerweile der Gesangs- und Instrumentalunterricht für Einzelne und Kleingruppen von bis zu vier Personen innerhalb von Räumlichkeiten zulässig.

AUSNAHME (ab 22. Juni 2020):
Proben von Chören und Bläsergruppen unter freiem Himmel sind auch von mehr als vier Personen zulässig. Die geltenden Hygieneregelungen sind einzuhalten.

In Verbindung mit den geänderten Regelungen für kulturelle Veranstaltungen ist bei Berücksichtigung der Hygieneregelungen offenbar auch der Auftritt von Bläsern und Chören bei Veranstaltungen (und somit auch bei Gottesdiensten) zulässig.

In Bezug auf Proben innerhalb von Räumlichkeiten gilt die Beschränkung von vier Personen weiterhin und darüber hinaus die nachfolgenden weiteren verbindlichen Regelungen:

• Alle Teilnehmenden müssen ausreichend Abstand zueinander haben. Der Abstand von mindestens 1,5 Metern ist (auch beim Betreten und Verlassen des Raumes) zwingend einzuhalten. Die zuständige Berufsgenossenschaft rät während des Spielens oder Singens zu einem Abstand von mindestens 3 Metern bei Bläsern und 3-6 Metern bei Sängern (abhängig von der Intensität des Singens).
• Familiennamen, Vornamen, vollständige Anschrift und Telefonnummer jeder teilnehmenden Person sind zu dokumentieren und für drei Wochen aufzubewahren.
• Alle Teilnehmenden werden vor einer Wiederaufnahme des Unterrichts bzw. der Proben über die bestehenden Hygieneregeln informiert (Merkblatt aushändigen).
• Die Räumlichkeiten müssen ausreichend groß und gut durchlüftet sein, auch um die Gefahr der Ausbreitung des Virus durch sog. Aerosole zu minimieren. Proben sollten daher vorzugsweise in den Kirchen oder in Räumen mit einem vergleichbaren Raumvolumen durchgeführt werden. Eine ausreichende Durchlüftung ist sicherzustellen. Empfohlen wird eine Lüftungspause von mindestens 15 Minuten nach spätestens 45 Minuten Probe.
• Die Räumlichkeiten sollen einzeln und mit Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden.
• Der Mundnasenschutz ist bis zum tatsächlichen Unterrichtsbeginn (also bis zum ersten Ton) zu tragen und wird auch direkt nach dem letzten Ton wieder aufgesetzt.
• Bei längerem Pausieren in der Gruppenunterrichtsstunde wird empfohlen, die Masken ebenfalls hochzuziehen
• Möglichkeiten der Handreinigung bzw. Handdesinfektion sind vor Ort vorzuhalten. Diese sollen beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten genutzt werden.
• Bei Erkältungssymptomen ist eine Teilnahme am Unterricht bzw. an den Proben nicht möglich. In diesem Fall dürfen die Räumlichkeiten nicht betreten werden
• Es ist sicherzustellen, dass keine Gegenstände (z.B. Noten etc.) von mehreren Personen benutzt werden. Nach Benutzung sind alle Gegenstände, die danach von anderen Personen genutzt werden, zu desinfizieren.
• Begleitpersonen betreten die Räume nur, wenn dies zwingend notwendig ist. Insbesondere beim Unterricht von Kindern ist das Warten der Eltern in den Räumlichkeiten zu vermeiden, weil es nicht nur zu einer erhöhten Aerosolproduktion sondern auch zu unnötigem Dokumentationsaufwand führen würde.

Für Bläserinnen und Bläser gilt darüber hinaus:
• Alle Teilnehmenden bringen für sich einen mindestens 1 Liter großen verschließbaren Behälter zum Entsorgen ihres Kondenswassers mit. Den füllen sie zu Hause wahlweise mit etwas Sand oder auch einigen Einmaltüchern. Beides soll anschließend zu Hause entsorgt werden. Die Unterrichtsteilnahme ist nur möglich, wenn jeder und jede eigenverantwortlich das Auffangen des Kondenswassers wie beschrieben gewährleistet
Auf „Lippenbuzzing“ und reine Mundstückübungen sollte bis auf weiteres verzichtet werden.

Auch im Blick auf die Durchführung der Proben von Chören und Bläsern hat der Kirchenrat/das Presbyterium zu beschließen, dass entsprechende Angebote in den Kirchen oder Gemeindesälen möglich sind. Es ist ein örtliches Hygienekonzept zu beschließen, das auch regelt, wo die gesammelten Daten aufbewahrt werden. Verantwortlich für den abstandsgerechten Aufbau der Stühle vor dem Unterricht sind die Unterrichtenden.


Kindertagesstätten
Ab dem 22. Juni 2020 können Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen wieder öffnen und allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten. Die Notbetreuung läuft zu diesem Datum aus, es wird auf einen eingeschränkten Betrieb der Kindertageseinrichtungen umgestellt. Der eingeschränkte Betrieb sieht ein Betreuungsangebot für alle Kinder vor, die in der jeweiligen Kindertageseinrichtung einen Betreuungsplatz haben.

Darüber hinaus beachten Sie bitte die besonderen Anweisungen der Behörden (vor allem der Gesundheitsämter).

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Landes Niedersachsen:
https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/basisinformationen_zu_covid_19_corona/fragen_und_antworten_zu_einrichtungsschliessung_und_notbetreuung_fur_kindertageseinrichtungen/fragen-und-antworten-zu-einrichtungsschliessung-und-notbetreuung-fur-kindertageseinrichtungen-186238.html


Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen
Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen sowie Besprechungen sollten auf das absolute Minmum reduziert bzw. soweit möglich alternativ als Telefon- oder Videokonferenzen veranstaltet werden. Sind Präsenzveranstaltungen unbedingt notwendig, muss ausreichender Abstand zwischen den Teilnehmern gegeben sein.


Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen
Bei arbeits-, dienst- und tarifrechtlichen Fragenstellungen orientieren wir uns an den Hinweisen des Landes Niedersachsen zum Umgang mit dem Corona-Virus.


Das Moderamen der Gesamtsynode hat am 17. März 2020 eine erste Fassung dieser Regelungen einstimmig beschlossen. Es hat den Kirchenpräsidenten gebeten, die Regelungen situationsbedingt anzupassen. Es bittet die Kirchenräte/Presbyterien und Moderamina der Synodalverbände, sich diese zu eigen zu machen.

 


Anlage

Hinweis auf Regelungen in den Bundesländern, in denen Gemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche leben:

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