Leitfaden für Kirchengemeinden

Foto: Christian Daum / pixelio.de

Die am Wochenende (21./22. März 2020) von Bund und Ländern angeordneten weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens erfordern eine weitere Anpassung unseres Leitfadens für das gemeindliche Leben aufgrund der Gefährdung durch das Corona-Virus.

Ergänzt wurden die Regelungen für die Durchführung von Beerdigungen, um hier nach wie vor Klarheit über den zugelassenen Personenkreis zu haben.

Die behördlichen Anordnungen gelten zunächst bis zum 18. April 2020.


Regelungen in der Evangelisch-reformierten Kirche zum Umgang mit dem Corona-Risiko im gemeindlichen Leben
(aktualisierte Fassung vom 24.3.2020)

Die Corona-Epidemie stellt unseren Gemeinsinn und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für Kirche und Gemeinden eine besondere Herausforderung. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz unserer Gemeindeglieder und für unsere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. Wir wollen Wege finden, wie wir gerade in dieser Ausnahmesituation die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung miteinander teilen und an andere weitergeben können.


Die durch staatliche Behörden angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten zwingend auch für alle Kirchen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/besprechung-der-bundeskanzlerin-mit-den-regierungschefinnen-und-regierungschefs-der-laender-1733248
https://www.niedersachsen.de/Coronavirus
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html


Gottesdienste
Aufgrund der behördlichen Veranstaltungsverbote müssen ab sofort alle Gottesdienste abgesagt werden

Wie wir als Kirche und Gemeinde dennoch die Passionszeit und das Osterfest angemessen gestalten können, dazu werden wir in den nächsten Tagen Vorschläge machen.

Taufen - Trauungen
Taufen und Trauungen müssen verschoben werden.


Beerdigungen
Für Niedersachsen gilt der Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Gesundheit vom 22. März 2020. Daher sind folgende Regelungen einzuhalten:

Andachten aus Anlass von Bestattungen können nur noch unter freiem Himmel abgehalten werden, am Grab, am Sarg oder an der Urne. Der Kreis der teilnahmeberechtigten Personen ist auf den engsten Familienkreis beschränkt und muss so klein wie möglich gehalten werden. Die Richtgröße von höchstens zehn Teilnehmenden ist zu berücksichtigen. Bitte achten Sie darauf, dass die teilnehmenden Menschen, sofern sie nicht in einem Haushalt leben, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander einhalten.

NEU: Findet die Bestattung auf dem eigenen, kirchlichen Friedhof statt, ist sicherzustellen, dass dieser für den Zeitraum der Bestattung nicht öffentlich zugänglich ist. Damit soll eine unkontrollierte Beteiligung verhindert werden.

Für den Fall, dass die Landkreise weitergehende Bestimmungen verordnet haben, sind auch diese zu beachten.

NEU: Die Nutzung von Friedhofskapellen und Räumlichkeiten von Bestattungsfirmen ist aufgrund der neuen Allgemeinverfügung nach unserer Rechtsauffassung nicht mehr zulässig.

In anderen Bundesländern können die Regelungen leicht variieren. Prüfen Sie bitte hierzu die entsprechenden Allgemeinverfügungen bzw. Erlasse in Ihren Bundesländern, die Sie über die Webseiten Ihres jeweiligen Bundeslandes finden. Dies gilt insbesondere für die Länder, die konkrete Ausgangsbeschränkungen erlassen haben, wie Bayern und Sachsen.


Gemeindebüros

Wir empfehlen, Gemeindebüros für die Öffentlichkeit zu schließen. Postzustellung sollte weiterhin möglich sein. Bitte vermeiden Sie Körperkontakt.


Kirchen
Kirchen müssen als Versammlungs- und Andachtsorte geschlossen werden.
Neu: Wir raten generell dringend davon ab, die Kirche offen zu halten, weil sich der Zugang von Gruppen nicht kontrollieren lässt.


Konfirmationen - Konfirmandenunterricht
Konfirmationen, die bis zum 18. April stattfinden, müssen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Für alle Konfirmationen danach empfehlen wir eine Verschiebung.

Die Verantwortlichen mögen sehr bald Kontakt zu den Familien aufnehmen, um sie darüber zu informieren. Eine digitale Kommunikationsstruktur mit dem Kreis der Konfirmandinnen und Konfirmanden sollte auf- oder ausgebaut werden.


Konfirmanden-, Jugend- und Familienfreizeiten
Bei Freizeiten sind in der Regel viele Menschen auf engem Raum zusammen und das Infektionsrisiko deshalb hoch.

So lange das Veranstaltungsverbot gilt, dürfen keine Freizeiten durchgeführt werden.

Es werden vermutlich Ausfall- und Stornokosten entstehen. Diese sind nicht durch eine Versicherung abgedeckt. Die Landeskirche prüft derzeit, inwieweit sie sich an den Ausfallkosten beteiligen kann.


Kirchliche Veranstaltungen - Konzerte - Chorproben u.a.
Alle Veranstaltungen, Versammlungen und Tagungen, die in den kommenden Wochen geplant sind, müssen abgesagt werden. Dies gilt derzeit bis zum 18. April.


Kindertagesstätten
Für alle kirchlichen Kindertagesstätten und Krippen gilt selbstverständlich die von der Landesregierung angeordnete Schließung. Darüber hinaus beachten Sie bitte die besonderen Anweisungen der Behörden (vor allem der Gesundheitsämter).

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Landes Niedersachsen.

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/hinweise_fur_schulen_und_kitas/hinweise-fur-schulen-und-kindertagesstatten-185451.html


Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen
Grundsätzlich empfehlen wir allen hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden einen Verzicht auf Dienstreisen. Notwendige Besprechungen sollten als Telefon- oder Videokonferenz durchgeführt werden.


Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen
Bei arbeits-, dienst- und tarifrechtlichen Fragenstellungen orientieren wir uns an den Hinweisen des Landes Niedersachsen zum Umgang mit dem Corona-Virus.

Leer, den 17. März 2020


Diese Regelungen hat das Moderamen der Gesamtsynode am 17. März 2020 einstimmig beschlossen. Es bittet die Kirchenräte/Presbyterien und Moderamina der Synodalverbände dringend, sich diese zu eigen zu machen. Der Kirchenpräsident wird gebeten, die Regelungen situationsbedingt anzupassen.

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