Leitfaden für Kirchengemeinden in der Corona-Zeit

Foto: Christian Daum / pixelio.de

Hier finden Sie die aktuellsten Regelungen für das gemeidliche Leben auf Grundlage der behördlichen Richtlinien.


Regelungen in der Evangelisch-reformierten Kirche zum Umgang mit dem Corona-Risiko im gemeindlichen Leben

(Stand: 25. Mai 2020)

Die Corona-Epidemie stellt unseren Gemeinsinn und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für Kirche und Gemeinden eine besondere Herausforderung. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz unserer Gemeindeglieder und für unsere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. Wir wollen zugleich Wege finden, wie wir gerade in dieser Ausnahmesituation die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung miteinander teilen und an andere weitergeben können.

(Aktuelle Änderungen betreffen die Erlaubnis von Familienfeiern aus Anlass einer Konfirmation sowie die begrenzte Zulässigkeit gemeindlicher Angebote für Kinder und Jugendliche.)


Grundsätzliches
Die durch staatliche Behörden angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten auch für alle Kirchen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen.

Die unten angeführten Regelungen und Empfehlungen basieren auf den von der Bund-Länder-Konferenz am 15. April 2020 gefassten Beschlüssen, nach denen wieder Gottesdienste in Kirchen gefeiert werden können - unter eingeschränkten Bedingungen.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/telefonschaltkonferenz-der-bundeskanzlerin-mit-den-regierungschefinnen-und-regierungschefs-der-laender-am-30-april-2020-1749798

Konkretisiert wird dies für die meisten unserer Gemeinden in der Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 22. Mai 2020.

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/vorschriften-der-landesregierung-185856.html


In den anderen Bundesländern variieren die Regelungen dazu teilweise, dies gilt es zu beachten. Eine Übersicht dazu finden Sie hier:

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Gottesdienste/Taufen/Trauungen
Gottesdienste sind unter eingeschränkten Bedingungen wieder möglich: unter der Voraussetzung, dass die Abstandsregel gewahrt bleibt und sonstige Vorkehrungen zum Infektionsschutz getroffen werden. Alle Fragen zu Gottesdiensten beantwortet die Handreichung der Evangelisch-reformierten Kirche "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie", die am 6. Mai 2020 allen Kirchen zugestellt wurde.
(Veränderungen vom 15.4.20 finden sich in einem Beiblatt zur Handreichung)

In der Handreichung heißt es unter anderem: "Es müssen nicht in allen Kirchen unserer Landeskirche an allen Sonn- und Feiertagen ab sofort wieder Präsenz-Gottesdienste gefeiert werden."

Die Entscheidungen darüber treffen die Kirchenräte und Presbyterien vor Ort. Sie sind dafür verantwortlich, die notwendigen Hygienekonzepte zu erarbeiten und sicherzustellen.

Begrenzung der Zahl der Teilnehmenden durch Abstandsregel
Der Zugang zu Gottesdiensten ist je nach Größe des Raumes zahlenmäßig zu begrenzen. In jedem Fall ist zu gewährleisten, dass stets ein Abstand von mindestens 1,5 Metern voneinander gewahrt werden kann, auch in den Eingangsbereichen. Unter Wahrung der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern zu anderen Gottesdienstteilnehmern können Personen, die in einem ge-meinsamen Haushalt leben, zusammensitzen.

Die Berechnung und Festlegung der Zahl ist für jede Kirche und jeden Gemeinderaum anhand der Größe des Raumes sowie der Zahl und der Anordnung der zur Verfügung stehenden Sitzplätze einzeln vorzunehmen.

Die Handreichung behandelt auch, wie bei Taufen und Trauungen zu verfahren ist.

Bei Trauungen und Taufen ist zu beachten, dass bei der anschließenden Feier die Teilnahme auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt ist, der höchstens insgesamt 20 Personen umfassen darf. Diese Beschränkung gilt nach § 2 c der niedersächsischen Verordnung auch für Versammlungen der gottesdienstlichen Hochzeitsgesellschaft im Freien (z.B. vor der Kirche).

Download der Handreichung    Download des Beiblatts der Handreichung mit den Änderungen vom 15.4.20



Beerdigungen
Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob die Trauerfeier anstelle in einer kleineren Friedhofskapelle auch in der Kirche stattfinden kann.

Vom 11. Mai 2020 an gilt in Niedersachsen: „Im Rahmen einer Beerdigung ist nach einem Gottesdienst oder einer ähnlichen Zeremonie die Teilnahme am letzten Gang zur Grab- und Beisetzungsstelle und der dortige Aufenthalt auf den engsten Familien- und Freundeskreis, der höchstens 20 Personen umfassen darf, beschränkt.“

Der Gottesdienst, der anlässlich einer Beerdigung stattfindet, kann unter Einhaltung der Abstands- und Hygienerichtlinien auch eine höhere Personenanzahl vorsehen.

 

Singen und Kirchenmusik
Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko. Von daher sollte auf Gemeindegesang bis auf weiteres verzichtet werden.

Auf die Mitwirkung von Chören und Posaunenchören soll verzichtet werden, bis eine wissenschaft-liche Klärung über das erhöhte Gefährdungspotential vorliegt.
Sologesang sowie Musik durch einzelne Instrumentalisten, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, ist möglich. Dabei ist auf ausreichenden Abstand (bei Bläsern und Sängern 5 m) zu achten.

Denkbar ist es auch, Musik und Lieder einzuspielen. Bei Freiluftgottesdiensten und im diakonischen Einsatz ist das Zusammenspiel einer kleinen Bläsergruppe von bis zu 6 Personen denkbar. Sie halten untereinander einen Abstand von 3 Metern und zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden von 10 Metern.



Konfirmandenunterricht
In Niedersachsen ist seit dem 6. Mai 2020 der Konfirmandenunterricht in Einrichtungen der Kirchengemeinde unter der Voraussetzung zulässig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen, das mögliche Ansteckungsgefahren minimiert. Dieses Konzept sollte sich an den Empfehlungen zum Gottesdienst orientieren.

Bei Überlegungen zu einer Wiederaufnahme des Konfirmandenunterrichts unter diesen Bedingungen ist es ratsam, auch den Beginn des Schulunterrichts für die entsprechenden Jahrgänge zu berücksichtigen.


Konfirmationen
Im Blick auf Konfirmationsgottesdienste gelten die Regelungen für Gottesdienste. Hierzu findet sich ein Abschnitt mit entsprechenden Empfehlungen in der Handreichung "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie" vom 6. Mai 2020.
Neu: Ab dem 25. Mai 2020 sind Familienfeiern aus Anlass einer Konfirmation nach dem Gottesdienst zulässig, jedoch nur im engsten Familien- und Freundeskreis, der höchstens 20 Personen umfassen darf.


Familienfeiern anlässlich von Taufe, Konfirmation, Trauung oder Beerdigung
Die Teilnahme an Feiern aus Anlass einer Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder ähnlichem ist bis zu 20 Personen des engsten Familien- und Freundeskreises gestattet, unabhängig von den Hausständen. Nach Auskunft des Landes Niedersachsen gilt dies sowohl im Privatbereich als auch im Restaurant. Dort ist es z.B. möglich, sich an einen großen Tisch zu setzen – vorausgesetzt, der Wirt oder die Wirtin lässt dies zu.

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/antworten_auf_haufig_gestellte_fragen_faq/antworten-auf-haufig-gestellte-fragen-faq-186686.html

 


Neu ab 25. Mai 2020: Gemeindliche Angebote für Kinder und Jugendliche
Zulässig sind gemeindliche Angebote für Kinder- und Jugendgruppen bis zu 10 Personen einschließlich der Aufsichtspersonen. Dabei muss die Aufsicht durch pädagogische Fachkräfte gewährleistet sein, diese Fachkräfte können von ehrenamtlich Tätigen in der Jugendarbeit, die im Besitz einer Jugendleitercard sind, unterstützt werden können. Es ist sicherzustellen, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhält zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört.



Konfirmanden-, Jugend- und Familienfreizeiten
Bei Freizeiten sind in der Regel viele Menschen auf engem Raum zusammen und das Infektionsrisiko deshalb hoch. Solange die 1,5 m Abstandsregel gilt, ist die Durchführung von Konfirmanden- und Jugendfreizeiten nicht möglich.

Die Evangelisch-reformierte Kirche empfiehlt, Freizeiten in diesem Sommer abzusagen. Auch das für Ende August geplante KonfiCamp musste abgesagt werden.

Es werden möglicherweise Ausfall- und Stornokosten entstehen. Diese sind nicht durch eine Versicherung abgedeckt. Die Landeskirche prüft derzeit, inwieweit sie sich an den Ausfallkosten beteiligen kann. Bitte reichen Sie ggfs. beim Landesjugendpfarramt einen Nachweis über entstandene unabweisbare Stornokosten ein.



Seelsorge
Zum Selbstschutz und vor allem zum Schutz anderer ist es ratsam, persönliche Kontakte in der Seelsorge derzeit auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Stattdessen sind die Pastorinnen und Pastoren gebeten, Seelsorge vor allem per Telefon und Brief zu leisten und feste Telefon-Sprechstunden anzubieten.

Seit dem 11. Mai 2020 gilt in Niedersachsen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Zugang zu Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Heimen und
unterstützenden Wohnformen sowie Einrichtungen der Tagespflege zu gewähren ist. Dies kann allerdings mit Auflagen verbunden werden, die die Gefahr einer Infektion vermindern. Es ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob ein Besuch in einem Heim aus seelsorgerlichen Gründen notwendig ist. Insbesondere sind die Auflagen der jeweiligen Hausleitung zu beachten.

Trauergespräche können nur im kleinsten Kreis unter Einhaltung der Hygienevorschriften und der Abstandsregelungen stattfinden.

Bei der Begleitung Sterbender muss ein Selbst- und Fremdschutz nach klinischen bzw. pflegerischen Standards gewährleistet werden.



Gemeindebüros
Wir empfehlen, Gemeindebüros auch weiterhin noch für die Öffentlichkeit zu schließen. Bitte halten Sie auch unter den Mitarbeitenden den Mindestabstand ein. Die Bearbeitung eingehender Post sowie telefonische Beratung ist zu gewährleisten.



Kirchenöffnung
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat festgestellt, dass Kirchen nicht „gänzlich geschlossen“ gehalten werden müssen: „Einzelne Gläubige können zum stillen Gebet in die Kirche kommen, wobei die vorgegebenen Abstandsregeln einzuhalten sind.“

Zugang und Einlass in die Kirche kann nur unter Aufsicht und zu klar bekanntgegebenen und begrenzten Zeiten geschehen. Es muss sichergestellt sein, dass jede Person beim Betreten und Verlassen sowie beim Aufenthalt in der Kirche einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die nicht zum selben Haushalt gehört.

Die Entscheidung über eine eventuelle Öffnung ihrer Kirche trifft der Kirchenrat oder das Presbyterium.



Kirchliche Veranstaltungen - Konzerte - Chorproben u.a.
Abgesehen von den Gottesdiensten und Gremiensitzungen können in den kommenden Wochen weiterhin keine Veranstaltungen, Versammlungen und Tagungen stattfinden. Das gilt bis auf weiteres auch für Chorproben. Beim gemeinsamen Singen in geschlossenen Räumen ist das Infektionsrisiko besonders hoch.

Orgelunterricht kann hingegen in den Kirchen wieder erteilt werden – unter Wahrung der Abstandsregel, versteht sich.

Großveranstaltungen (dies sind in Niedersachsen Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmenden) sind auf jeden Fall bis Ende August untersagt.



Kindertagesstätten
Für alle kirchlichen Kindertagesstätten und Krippen gilt die von der Landesregierung (in Niedersachsen bis zu den Sommerferien) angeordnete Schließung. Für Notgruppen gelten besondere Regelungen.

Darüber hinaus beachten Sie bitte die besonderen Anweisungen der Behörden (vor allem der Gesundheitsämter).

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Landes Niedersachsen:

https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/basisinformationen_zu_covid_19_corona/basisinformationen-zu-covid-19-corona-185558.html



Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen
Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen sowie Besprechungen sollten auf das absolute Minmum reduziert bzw. soweit möglich alternativ als Telefon- oder Videokonferenzen veranstaltet werden. Sind Präsenzveranstaltungen unbedingt notwendig, muss ausreichender Abstand zwischen den Teilnehmern gegeben sein.



Gremiensitzungen/Veranstaltungen Bildungsträger
Sitzungen der Kirchenräte/Presbyterien und der Moderamina müssen und sollten nicht ausfallen, sondern können jedenfalls als Video- oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden. Beschlüsse können auch im Umlaufverfahren getroffen werden.

Das Kirchenamt unterstützt und berät die Leitungsgremien in diesen Fragen.

In Niedersachsen können seit dem 11. Mai 2020 gewählte Gremien von öffentlich-rechtlichen Körperschaften wieder Zusammenkünfte durchführen, wenn sichergestellt ist, dass jede Person beim Betreten und Verlassen sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die nicht zum selben Haushalt gehört.

Darüber hinaus sind unter den eben genannten Voraussetzungen in kirchlichen Einrichtungen Zusammenkünfte zur Durchführung von Veranstaltungen kirchlicher Bildungsträger möglich. Ein entsprechender Kooperationsvertrag zwischen der Kirchengemeinde und der Evangelischen Erwachsenenbildung wird hierbei vorausgesetzt. Neben der Einhaltung der Hygienerichtlinien ist eine Dokumentation der Kontaktdaten der teilnehmenden Personen mit deren Einverständnis erforderlich.



Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen
Bei arbeits-, dienst- und tarifrechtlichen Fragenstellungen orientieren wir uns an den Hinweisen des Landes Niedersachsen zum Umgang mit dem Corona-Virus.



Das Moderamen der Gesamtsynode hat am 17. März 2020 eine erste Fassung dieser Regelungen einstimmig beschlossen. Es hat den Kirchenpräsidenten gebeten, die Regelungen situationsbedingt anzupassen. Es bittet die Kirchenräte/Presbyterien und Moderamina der Synodalverbände, sich diese zu eigen zu machen.


Anlage

Hinweis auf Regelungen in den Bundesländern, in denen Gemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche leben:

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