Keine Kürzungen bei der kirchlichen Arbeit
Die Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche hat am Freitag den Haushalt für das Jahr 2026 in Höhe von 55,4 Millionen Euro einstimmig beschlossen. Der Etat liegt damit um etwa 1,6 Millionen Euro über dem des laufenden Jahres. Der Haushalt berücksichtigt Tarifsteigerungen von etwa 2,3 Prozent und sieht keine Kürzungen bei der kirchlichen Arbeit vor.
Zum wiederholten Mal warnte Vizepräsident Johr vor den finanziellen Risiken des Mitgliederverlusts. Im Jahr 2025 habe sich die Zahl der Kirchenmitglieder weiter verringert. Ende September 2025 lag die Zahl bei 147.000 Mitgliedern. Dies seien fast 4.000 Personen weniger als im Vorjahr. Noch habe die Evangelisch-reformierte Kirche im EKD-Vergleich einen deutlich unterdurchschnittlichen Mitgliederrückgang. Die Zahlen der letzten Jahre zeigten jedoch, dass auch die Evangelisch-reformierte Kirche sich auf diese Durchschnittswerte zubewege. Johr prognostizierte für 2041 eine Mitgliederzahl zwischen 90.000 und 95.000 Personen. Natürlich habe dies Auswirkungen auf die mittelfristige Finanzplanung.
Größter Einnahmeposten bleiben die Kirchensteuern, die im kommenden Jahr mit rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind und auf einem stabilen Niveau liegen. Ein wesentlicher Faktor der Haushaltsplanung ist die Zukunftsvorsorge. So sieht auch der Plan für das kommende Jahr vor, dass 5,2 Millionen Euro in eine Vorsorgestiftung fließen werden und 1,3 Millionen Euro in die Gemeindestiftung. Bereits seit einigen Jahren bilden die Erträge aus der Gemeindestiftung eine solide zusätzliche Einnahmequelle der Kirchengemeinden. Etwa 900.000 Euro fließen 2026 auf diesem Weg an die 136 Kirchengemeinden.
Nennenswerte zusätzliche Ausgaben sind für die Kirchenmusik vorgesehen. Rund 150.000 Euro fließen in drei 50-Prozent-Stellen für Kirchenmusikerinnen oder -musiker sowie 35.000 Euro an Zuschüssen für Chorprojekte in den Kirchengemeinden. Der Haushalt sieht auch notwendige Mittel für anstehende Sanierungsmaßnahmen am Kloster Möllenbeck vor.
Positiv sei das Jahr 2024 gelaufen, sagte Johr. Die Evangelisch-reformierte Kirche habe das Jahr mit einem Überschuss von rund 300.000 Euro abschließen können. Diese Summe sei zusätzlich in die Rücklagen geflossen.
Die Gesamtsynode beschloss auch den Haushalt des Diakonischen Werkes.
21. November 2025
Ulf Preuß, Pressesprecher
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