Um Gottes Willen: Frieden fördern – Gewalt unterbinden

Evangelisch-reformierte Kirche veröffentlicht Diskussionspapier Frieden

Die Evangelisch-reformierte Kirche will die Diskussion zum Thema Frieden befördern. Bei ihrer Gesamtsynode im April im Kloster Möllenbeck hat sie dazu ein Diskussionspapier veröffentlicht. Es trägt die Überschrift „Um Gottes Willen: Frieden fördern – Gewalt unterbinden“.

„Wir brauchen heute eine neue Diskussion zum kirchlichen Engagement für den Frieden“, sagte Kirchenpräsident Martin Heimbucher vor der Synode. „Das scheinbar unaufhaltsam weitergehende Morden in Syrien raubt uns den Atem“, betonte er. Auch in Europa hätten sich in den letzten Jahren Tendenzen der Friedlosigkeit verstärkt. Das Zusammenleben von Gruppen, Staaten und Völkern sei in vielfältiger Weise gestört und bedroht.

Die Evangelisch-reformierte Kirche wolle eine Diskussion im öffentlichen Raum führen, kündigte Heimbucher an. Bewusst wende sie sich daher auch an ihre Kirchengemeinden, um dort ein politisch-theologisches Nachdenken anzuregen. „Wir wollen aber auch mit politisch Verantwortlichen ins Gespräch kommen“, so Heimbucher.

Entstanden ist das Diskussionspapier im Ausschuss für Friedensarbeit der Evangelisch-reformierten Kirche. 13 Theologen und Nicht-Theologen formulierten theologische Antworten zu aktuellen Friedensfragen. „Oft haben wir uns gefragt, was unsere theoretischen Diskussionen denn überhaupt dazu beitragen können, dem Morden Einhalt zu gebieten und das tausendfache Leid der Menschen zu lindern“, räumte Heimbucher ein. Nicht an allen Stellen habe Einigkeit hergestellt werden können. So halte es das Diskussionspapier bewusst offen, ob militärisches Eingreifen als letzte Option ethisch vertretbar sein könne.

Ziel des Diskussionspapiers sei es, so Heimbucher, eine Verständigung und Vergewisserung zu erzielen, „wie unsere Kirche und unsere Gemeinden den Frieden Gottes bezeugen und den Frieden unter den Menschen fördern können.“

Nach den Sommerferien wird die Evangelisch-reformierte Kirche am Sonntag, 9. September in der Friedensstadt Osnabrück einen Friedensgottesdienst feiern. Dazu konzipiert eine Arbeitsgruppe einen Gottesdienstentwurf, der zuvor allen reformierten Gemeinden zur Verfügung gestellt wird.  

Das Diskussionspapier „Um Gottes Willen“ ist zu beziehen im Landeskirchenamt der Evangelisch-reformierten Kirche und kann auch online bestellt werden: https://www.reformiert.de/materialversand.html

25. April 2018
Ulf Preuß, Pressesprecher

 

4 Fragen zum Friedenspapier im YouTube-Video


Bild oben: Ausschnitt der Titelseite:
Bild unten: Titelseite der Broaschüre

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