Mahnung zu Barmherzigkeit und Demut in der Politik

Heimbucher predigt in Lingen: Gottes Wort und Gebot sind eine Orientierung

Kirchenpräsident Martin Heimbucher hat an die Politiker im Bundestag und die neuen Minister appelliert, ihr Amt barmherzig und in Demut auszuüben. „Jede Gesellschaft braucht das Zusammenspiel von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit“, sagte er am Mittwochabend, 14. März 2018, in Lingen. Wer erkenne, dass er selbst in seinem Urteil nicht unfehlbar ist, werde von sich aus fair mit dem politischen Gegner umgehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Minister waren am Mittwoch im Bundestag vereidigt worden. Dabei nutzen sie und einige Kabinettsmitglieder die Zusatzformel „So wahr mir Gott helfe.“

Herimbucher predigte in einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Bildungsstätte Ludwig-Windhorst-Haus in Lingen. Er betonte, dass Mächtige, die politisch etwas bewegen könnten, auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen seien. Dabei seien Gottes Worte und Gebote kein Gesetzbuch, sondern sollten eine Orientierung geben. Als der damalige regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt (SPD), den evangelischen Pastor Heinrich Albertz als Innensenator gewinnen wollte, habe er zu Albertz gesagt: „Du kennst wenigstens die Zehn Gebote.“

Heimbucher warnte, dass zurzeit viele die demokratische Grundordnung unseres Staates in Frage stellen. Dem setzte er entgegen: „Autokratische Formen der Regierung widersprechen dem Geist und dem Buchstaben der Bibel.“ Das Recht schützte den Schwachen gegenüber dem Starken, den Armen gegenüber dem Reichen und die Minderheit gegenüber der Mehrheit, betonte der Kirchenpräsident. An die Politiker gerichtet sagte er, wer politische Verantwortung übernehme, brauche die Gottesgabe eines hörenden Herzens.

15. März 2018
Ulf Preuß, Pressesprecher (mit epd)

Die Predigt zum Nachlesen


Foto: KipiX / pixelio.de

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