Heimbucher fordert mehr Familiennachzüge aus Syrien

Friedenspapier soll Diskussion anregen

Kirchenpräsident Martin Heimbucher, hat einen großzügigeren Familiennachzug für syrische Flüchtlinge gefordert. "Viele von denen, die sich zu Beginn des Konflikts für Menschenrechte eingesetzt und vom Assad-Regime distanziert haben, werden bis auf weiteres in ihren Herkunftsorten kaum eine Chance zur Heimkehr haben", sagte er am im Bericht des Moderamens vor der im Kloster Möllenberg im Weserbergland tagenden Gesamtsynode. "Sie brauchen unsere Unterstützung."

Heimbucher warnte davor, sich an das "scheinbar unaufhaltsam weitergehende Morden in Syrien" zu gewöhnen. Die reflexartige Schuldzuweisungen, etwa auf der Linie des alten Ost-West-Gegensatzes, führten bei der komplexen Gemengelage der Gewalt kaum weiter. Er appellierte an die Politik, die Bemühungen der Vereinten Nationen unterstützen, um den Einsatz chemischer Waffen zu untersuchen, die Waffen sicherzustellen und zu vernichten. Den Einsatz von Fassbomben geißelte Heimbucher als Kriegsverbrechen.

Der Kirchenpräsident rief die am Krieg in Syrien beteiligten Mächte zu einem Waffenstillstand und zu Verhandlungen auf: "Wir müssen diejenigen politisch unter Druck setzen, die diese Aufklärung behindern oder die Weltöffentlichkeit mit abenteuerlichen Behauptungen von ihren Verbrechen ablenken wollen." Vergeltungsaktionen und impulsive Militärschläge lehnte er dagegen ab.

Schon jetzt müssten Kriegsverbrechen öffentlich benannt und dokumentiert werden, sagte Heimbucher. Die Verantwortlichen müssten eines Tages in rechtsstaatlichen Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden. "Ohne eine Aufarbeitung der Verbrechen wird es keine Versöhnung geben."

Am Freitag wird nach einem Friedengebst ein "Friedenspapier" an die reformierten Gemeinden verteilt. Es enthalte Impulse, die in den Gemeinden weiter diskutiert werden sollen und die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Frieden befördern. (epd)

19. April 2018
Ulf Preuß, Pressesprecher

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Foto: Dona Bozzi / shutterstock.com

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