Erster Gottesdienst in der Woche

Gemeinde Bremerhaven startete neues Angebot: Den Sonntag in die Woche bringen

Am Donnerstagabend, 25. Januar 2018, hat die Gemeinde Bremerhaven ihren ersten "Gottesdienst in der Woche" gefeiert. Unter dem Motto „Den Sonntag in die Woche bringen“ wollte sie Menschen zum Kommen bewegen, die am Sonntag aus verschiedensten Gründen keinen Gottesdienst besuchen.

Fragen an Gemeindepastor Werner Keil

 

Wie ist der erste „Gottesdienst in der Woche“ gelaufen?

Wir konnten mit 37 Menschen einen stimmungsvollen Gottesdienst feiern. Das waren deutlich mehr Besucherinnen und Besucher als wir erwartet hatten. Das ist für uns ein klares Zeichen, dass wir ein Bedürfnis der Menschen getroffen haben.

Woher kamen die Menschen – und woher wussten sie von dem neuen Angebot?

Ein Großteil der Menschen sind Gemeindeglieder, von denen einige nur selten einen Sonntagsgottesdienst besuchen. Sie hatten vor allem die vorangegangene Diskussion in der Gemeinde verfolgt und waren durch den Gemeindebrief auf diesen ersten Termin aufmerksam geworden.

Es waren aber auch Besucher da, die durch die Veröffentlichungen in der Zeitung aufmerksam geworden waren. Vor allem ein Artikel am selben Tag hatte das Interesse geweckt. Die Resonanz jedenfalls war sehr positiv. Fast alle haben gesagt, dass sie die Gottesdienste  weiter besuchen wollen.

Haben Sie in dem Gottesdienst etwas anders gemacht als im Sonntagsgottesdienst?

Wir haben eine Gottesdienstform gewählt, die die Besucher stärker mit eingebunden hat. Durch eine veränderte Sitzform war von vornherein eine andere Atmosphäre da, weil jeder die anderen sehen konnte. Wir haben liturgische Texte im Wechsel gesprochen, angelehnt an Formen der Iona Community. Der Gesang wurde nicht von einem Instrument, wie z.B. einer Orgel, begleitet. Das führte dazu, dass wir uns stimmlich etwas mehr trauen mussten, was aber allen gut gefallen hat. Gerade in das Dank- und Fürbittengebet konnten die Gottesdienstteilnehmenden eigene Gebetsanliegen einbringen, die sich die anderen Teilnehmenden durch eine gemeinsam gesprochene Zeile („Dein Gebet ist unser Gebet“) zueigen machen konnten. So bildete sich ein Gefühl des gemeinsam getragenen Dankes und der geteilten Fürbitten.

Was tun Sie, um das Projekt weiter ans Laufen zu bringen?

Wir werden im nächsten Gemeindebrief von diesem ersten schönen Gottesdienst berichten und die neuen Termine weit im Voraus bekannt machen. Außerdem wollen wir weiter zu jedem der nächsten Gottesdienste eine kleine Pressemitteilung herausgeben.

Vor allem aber hoffen wir, dass die Teilnehmenden andere Menschen aus ihrer Umgebung zu diesen Gottesdiensten einladen. Dazu haben wir Postkarten produzieren lassen. So wollen wir den Menschen helfen, eine Einladung weiterzugeben. Auf der Postkarte sind die folgenden Termine bis zum April zu finden. Im Anschluss an den Gottesdienst haben viele Besucher mehrere Karten mitgenommen.

Für uns ist wichtig, dass die Menschen einladen, denn das Einladen an sich ist schon der Erfolg. So zeigen wir anderen Menschen, dass uns das Gottesdienstfeiern gut tut und wir dies mit ihnen teilen wollen.

Mit Hilfe der Postkarten wollen wir ermutigen, diese Aufgabe des Einladens wahrzunehmen. Im Endeffekt gilt dies dann nicht nur für diese „Gottesdienste in der Woche“, sondern auch für alle anderen Gottesdienste sowie Veranstaltungen und Gruppen unserer Gemeinde.

Vielleicht können wir uns so auf den Weg zu einer einladenden Gemeinde machen.


26. Januar 2018
Ulf Preuß, Pressesprecher

Foto: Gottesdienst im Gemeindehaus Lehe am Donnerstag, 26. Januar

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