30 Jahre Johannes a Lasco Bibliothek

Fotos: Ulf Preuß

Die Johannes a Lasco Bibliothek in Emden hat am Samstag, 15. November, ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Festakt gefeiert. Vor rund 200 Gästen betonte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden die enge Bindung der Evangelisch-reformierten Kirche zu der Emder Bibliothek, die einst als „Mutterkirche der Reformierten“ bezeichnet wurde. Bei der Wieden erinnerte daran, wie die Kirche im 16. Jahrhundert calvinistischen Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden, England und Frankreich Schutz bot. In ihren Mauern tagte 1571 die Emder Synode, bei der die bis heute geltenden demokratischen Prinzipien der reformierten Kirche festgelegt wurden. Heute dient die Bibliothek erneut als Tagungsort der evangelisch-reformierten Synode.

Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, würdigte die Johannes a Lasco Bibliothek als einen „Ort des Forschens, des Austauschs und der kulturellen Offenheit – Werte, die heute wichtiger sind denn je“. In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Einrichtung zu einer beliebten und bedeutenden Anlaufstelle für religions- und kulturwissenschaftlich Interessierte entwickelt. „Sie können stolz auf diesen Ort sein“, sagte Mohrs.

Vor 30 Jahren wurde in den Ruinen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Emder Großen Kirche eine moderne wissenschaftliche Bibliothek errichtet. Die erhaltenen Mauern blieben bewusst als Mahnmal stehen. Die Eröffnung fand am 22. November 1995 statt. Ideengeber war der evangelisch-reformierte Pastor und spätere erste wissenschaftliche Direktor Walter Schulz. Unter seiner Leitung geriet die Bibliothek in finanzielle Schwierigkeiten und musste Ende 2008 geschlossen werden. Dank der Unterstützung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der evangelischen Landeskirche konnte sie 2010 wiedereröffnet werden.

Namensgeber der Bibliothek ist der aus Polen stammende Reformator Johannes a Lasco (1499–1560), der von 1542 bis 1549 in Emden wirkte. Unter Experten gilt die von einer Stiftung getragene Einrichtung als eine der weltweit wichtigsten Sammlungen zum reformierten Protestantismus. Ihr Bestand geht auf die seit 1559 bestehende Büchersammlung der evangelisch-reformierten Gemeinde Emden zurück.

Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff erinnerte daran, wie er als Junge in den Ruinen der Kirche gespielt habe. Für Emden sei die Johannes a Lasco Bibliothek ein Symbol dafür, wie aus Zerstörung Neues entstehen könne. Für Heiterkeit sorgte der Münsteraner Theologieprofessor Michael Beintker, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bibliothek. Er berichtete, dass im Beirat die Idee entstand, sich 2017 um den Titel „Reformationsstadt Europas“ zu bewerben. Seitdem dieser Titel auf allen Ortseingangsschildern prangt, seien dies wohl die meistgelesenen Worte des wissenschaftlichen Beirats, scherzte er.

16. November 2025
Ulf Preuß, Pressesprecher


Internet: www.jalb.de

Bild oben: Gruppenbild mit: Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD), Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden, Hans Ulrich Anke (Präsident des EKD-Kirchenamtes), Oberbürgermeister Tim Kruithoff, Michael Beintker (wiss. Beirat der Bibliothek), Kestutis Daugirdas (Wiss. Vorstand der Bibliothek), Gerhard Plenter (kaufm. Vorstand der Bibliothek).



Happy Birthday JALB


Video zum Jubiläumsgrußwort von Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden

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