Die Corona-Pandemie im kirchlichen Leben

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Stand: 12. Januar 2021

Aufgrund der drastisch steigenden Infektionszahlen hat sich die Bundesregierung zusammen mit den Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer dazu entschieden, für die Zeit vom 16. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 einen Lockdown zu veranlassen.

Die niedersächsische Landesregierung hat ihre Corona-Verordnung vom 30. Oktober 2020 durch Änderung vom 8. Januar 2021 entsprechend angepasst. Die derzeit gültige Verordnung lässt kirchliches Leben weiterhin zu. Gottesdienste können gefeiert werden. Kirchliche Veranstaltungen sind in geringem Maß möglich.

Dass den Kirchen diese Möglichkeit weiterhin eingeräumt wird, bedeutet aber zugleich für die Kirchengemeinden eine hohe Verantwortung. Es ist sicherzustellen, dass das Infektionsrisiko bei Gottesdiensten, Gremiensitzungen und anderen Veranstaltungen weitestgehend geringgehalten wird.


Die nachfolgenden Empfehlungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie im kirchlichen Leben basieren auf der Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV, die ab dem 10. Januar 2021 gilt. Alle im Text genannten Paragraphen beziehen sich auf diese Niedersächsische Verordnung.
Änderungen zu den bisherigen Regelungen sind fett und kursiv hervorgehoben.

Verordnung des Landes Niedersachsen in der aktuell gültigen Fassung

Diese Bestimmungen der Verordnung gelten nach neuen Angaben der Landesregierung bis zum 31. Januar 2021.


In den anderen Bundesländern variieren die Regelungen teilweise erheblich; dies gilt es zu beachten. Die aktuellen Verordnungen für die übrigen Bundesländer finden Sie hier:

Baden-Württemberg - Bayern - Bremen - Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Sachsen - Schleswig-Holstein



I. Grundsätzliches
Die Corona-Epidemie stellt unseren Gemeinsinn und unsere Besonnenheit auf die Probe. Der verantwortliche Umgang mit den Risiken ist auch für Kirche und Gemeinden eine besondere Herausforderung. Wir tragen Mitverantwortung für den Schutz unserer Gemeindeglieder und für unsere haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ganz besonders müssen wir auf den Schutz kranker und älterer Menschen achten. Wir wollen zugleich Wege finden, wie wir gerade in dieser Ausnahmesituation die Botschaft des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung miteinander teilen und aktiv an andere weitergeben können.

Die durch staatliche Regelungen angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten auch für alle Kirchen, Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen.

Die Empfehlungen sollen eine Orientierung sein, um in eigener Verantwortung und unter Berücksichtigung der regionalen und situativen Bedingungen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Für alle Veranstaltungen in Kirchengemeinden gilt, dass der Kirchenrat bzw. das Presbyterium entscheiden muss, ob sie stattfinden und wenn ja: unter welchen Voraussetzungen.

a. Allgemeines Abstandsgebot
Grundsätzlich gilt, dass in der Öffentlichkeit und in Einrichtungen, die für den allgemeinen Besuchs- oder Kundenverkehr geöffnet sind, alle Personen soweit möglich einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten (Abstandsgebot) und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen haben. Dies gilt nicht für Personen, eines Hausstandes sowie maximal einer weiteren Person. Begleitpersonen oder Betreuungskräfte, die erforderlich sind, um Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen, werden nicht eingerechnet (§ 2).

Eine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung ist nach § 3 Abs. 3 der Verordnung jede textile oder textilähnliche Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache verringert unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie. Sie ist nur geeignet, wenn sie eng anliegt. Dies bedeutet, dass sogenannte Gesichtsschilde nicht mehr zulässig sind.


b. Notwendige Inhalte der Hygienekonzepte
Regelmäßig ist für alle Angebote und Aktivitäten ein schriftliches Hygienekonzept (§ 4) zu erstellen, das regelt,
1. wie viele Personen, unter Berücksichtigung der Raumkapazitäten und des Abstandsgebotes teilnehmen dürfen,
2. wie sichergestellt wird, dass das Abstandsgebot eingehalten wird,
3. wie größere Personenzahlen zum Beispiel beim Ein- und Ausgang gesteuert werden, um Warteschlangen zu vermeiden und das Abstandsgebot einhalten zu können,
4. dass Oberflächen und Gegenstände, die häufig von Personen berührt werden, und Sanitäranlagen regelmäßig und ausreichend gereinigt werden,
5. dass Räume durch die Zufuhr von Frischluft ausreichend und regelmäßig gelüftet werden.

Für regelmäßige Gottesdienste in der Kirche liegt in der Regel bereits ein Hygienekonzept vor. Für Gottesdienste an anderen Orten oder für besondere kirchliche Veranstaltungen ist jeweils ein konkretes Konzept zu erstellen. Ein Muster für ein Hygienekonzept „Gottesdienste an besonderen Orten und kirchliche Veranstaltungen gemäß der Niedersächsischen Corona-Verordnung in der Fassung vom 7. Oktober 2020 finden Sie hier.

Informationen zur Erfordernis des Tragens der Mund-Nasen-Bedeckung finden Sie jeweils in den nachfolgenden Abschnitten.

Hinweise zum Beheizen & Lüften von Kirchen während der Corona-Pandemie



II. Gottesdienste (§ 9)

a. Gottesdienste in Räumen
Die Entscheidungen darüber, ob und wie Gottesdienste gefeiert werden, treffen die Kirchenräte und Presbyterien vor Ort. Sie sind dafür verantwortlich, die notwendigen Hygienekonzepte zu erarbeiten und sicherzustellen.

Gottesdienste sind unter eingeschränkten Bedingungen möglich. Notwendig ist, dass ein schriftliches Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) besteht.

Den Kirchenräten und Presbyterien wird geraten, verkürzte Formate von Gottesdiensten und Andachten einzusetzen.

Darüber hinaus besteht die Verpflichtung, dass die Besucherinnen und Besucher vor, während und nach dem Gottesdienst sowie in Eingangsbereichen und auf Parkplätzen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Beim liturgischen Sprechen ist keine Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich. Dabei sollte aber auf einen möglichst großen Abstand zu den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern geachtet und nötigenfalls eine Plexiglasscheibe vor dem Sprechplatz angebracht werden.

Auch im Gottesdienst gilt die allgemeine Abstandsregel. Es sind Einzelplätze mit jeweils 1,50 m Abstand zum nächsten Einzelplatz bzw. den nächsten Gruppenplätzen vorzusehen. Lediglich Personen eines Hausstandes sowie maximal eine weitere Person dürfen zusammensitzen.

  • Die Dokumentation der Teilnehmer eines Gottesdienstes ist nach der Niedersächsischen Verordnung nicht zwingend, wird aber aufgrund der Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens dringend empfohlen.
  • Gottesdienste, bei denen mit einem erhöhten Interesse zu rechnen ist, dürfen nur mit einem vorherigen Anmeldeverfahren durchgeführt werden.

Hilfreich für ein Hygienekonzept kann weiterhin die Handreichung der Evangelisch-reformierten Kirche "Gottesdienste feiern in Zeiten der Corona-Pandemie" sein, die am 6. Mai 2020 allen Gemeinden zugestellt wurde, allerdings sind die auf dieser Webseite dargestellten Aktualisierungen der Corona-Verordnungen zu berücksichtigen.


b. Gottesdienste im Freien
Für Gottesdienste im Freien gilt, dass diese, auch wenn es sich um ein eigenes Gelände handelt, als öffentliche Veranstaltung gewertet werden und beim zuständigen Ordnungs- bzw. Gesundheitsamt anzuzeigen sind (je nach Format kann es auch genehmigungspflichtige Teile der Veranstaltung geben). Unter folgenden Voraussetzungen sind auch Weihnachtsgottesdienste unter freiem Himmel und im Stehen möglich. Für sie gilt:

  • Es ist ein schriftliches Hygienekonzept zu erstellen (§ 4) (vgl. Kap. I. b.).
  • Die Besucherinnen und Besucher können an dem Gottesdienst sitzend bzw. ggf. zeitweise stehend, mit entsprechendem Abstand teilnehmen (siehe Kap. II. a.).
  • Darüber hinaus besteht die Verpflichtung, dass die Besucherinnen und Besucher vor, während und nach dem Gottesdienst sowie in Eingangsbereichen und auf Parkplätzen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Dokumentation der Anwesenden beim Gottesdienst wird dringend empfohlen.
  • Gottesdienste, bei denen mit einem erhöhten Interesse zu rechnen ist, dürfen nur mit einem vorherigen Anmeldeverfahren durchgeführt werden.


c. Abendmahl
Beim Abendmahl gelten die gleichen allgemeinen Regelungen wie bei allen Gottesdiensten. Nur im Rahmen dieser Regelungen kann ein Abendmahl stattfinden. Dies bedeutet, dass dringend empfohlen wird, von dem Moment der Entgegennahme von Brot und Kelch abgesehen durchgängig eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zudem ist bei Personen, die nicht einem Hausstand angehören sowie maximal einer weiteren Person außerhalb dieses Hausstandes, der Abstand von 1,5 Metern sicherzustellen.

Es sollen möglichst keine gemeinsamen Gegenstände benutzt werden. Dies macht ein Abendmahl im Kreis um den Abendmahlstisch faktisch unmöglich und ein Wandel-Abendmahl problematisch. Die Nutzung eines Gemeinschaftskelches ist bis auf Weiteres ausgeschlossen. Auch das Eintauchen des Brotes in den Kelch (Intinctio) soll nicht praktiziert werden.

Liturgische Handlungen, die mit Berührung verbunden sind, sollen unterbleiben. Einzelkelche sind in einem Gottesdienst nur einmal und von einer Person zu verwenden.

Bei der Feier des Abendmahls unter den genannten Voraussetzungen ist in jedem Fall sicherzustellen, dass sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Feier des Abendmahls die erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Die Austeilenden haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die Feier des Abendmahls ist unter den genannten Voraussetzungen weiter möglich. Es wird jedoch dringend geraten, für die Zeit des Lockdowns auf die Feier des Abendmahls zu verzichten.


d. Taufen/Trauungen/Konfirmationen
Für Gottesdienste aus Anlass von Taufen, Trauungen oder Konfirmationen gelten die allgemeinen Gottesdienstregelungen.

Private Feiern sind aufgrund der aktuellen Gesetzeslage nur mit Personen des eigenen Hausstands und höchstens einer weiteren Person oder als Einzelperson mit mehreren Personen aus einem gemeinsamen Hausstand zulässig. Begleitpersonen oder Betreuungskräfte, die erforderlich sind, um Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen, werden nicht eingerechnet. Eine weitere Person ist zulässig, soweit diese Dritte im Sinne des § 1684 Abs. 4 Satz 3 BGB ist.


e. Beerdigungen
Für Gottesdienste anlässlich einer Beisetzung sollte geprüft werden, ob die Trauerfeier anstelle in einer kleineren Friedhofskapelle auch in der Kirche oder im Freien stattfinden kann. Da es sich auch hierbei um einen Gottesdienst handelt, ergibt sich die Höchstzahl der Teilnehmenden aus dem jeweiligen Raumangebot in Kapelle, Kirche oder am Freiluftplatz.

Für den Gang zur Grab- oder Beisetzungsstelle und während des Aufenthaltes an der Grab- oder Beisetzungsstelle besteht keine Personenbegrenzung. Es ist auf die allgemeinen Abstandsregelungen und das erforderliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu achten (§ 2 Abs. 1).



III. Kirchenmusik

a. Orgel
Das Orgelspiel bei Gottesdiensten kann in gewohnter Weise stattfinden, wenn die Abstandsregelungen eingehalten werden. Orgelunterricht kann in der Kirche nur zur Vorbereitung eines Schülers/einer Schülerin auf einen konkreten Gottesdiensteinsatz erteilt werden. Dabei ist auf die Wahrung des Abstands zu achten. Familiennamen, Vornamen, vollständige Anschrift und Telefonnummer jeder teilnehmenden Person sind zu dokumentieren und für drei Wochen aufzubewahren.


b. Gemeinde und Chorgesang

Gemeindegesang:
Gemeindegesang beim Gottesdienst in Kirchen oder Gemeindehäusern und auch im Freien darf auf Grundlage der Beschlüsse mit der Bundes- und den Landesregierungen derzeit nicht stattfinden. Ob das Infektionsrisiko beim Gemeindegesang tragbar ist, wird derzeit von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung führt das Singen zu einer hohen Abgabe von Aerosolen und erhöht das Infektionsrisiko.

Chorgesang bei Gottesdiensten:
Eine Studie der Charité und der Technischen Universität Berlin kommt zu dem Ergebnis, dass auf den Gesang größerer Chöre in Räumen zu verzichten ist, sofern die jeweiligen Räume kein maschinelles Lüftungssystem haben. Die Aerosolbelastung in der Atemluft übersteigt in den meisten Räumen sehr schnell kritische Grenzen. Nur bei einer ausreichenden, maschinellen Belüftung der Räume ist Chorgesang in geschlossenen Räumen unproblematisch möglich.

In Kirchen und anderen Räumen ist der Gesang von kleinen Chören im Gottesdienst, auch im Zusammenspiel mit der Orgel, aktuell nicht möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Aerosolbelastung von der Dauer des Singens abhängt. Je kürzer die Dauer des Chorsingens ist, desto geringer ist die Aerosolbelastung. Es ist dabei auf ausreichend Abstand zu achten. Die zuständige Berufsgenossenschaft (VBG) empfiehlt einen Abstand von mindestens 3 Metern seitlich und 6 Metern in Gesangsrichtung, bei intensivem, professionellem Gesang bis zu 6 Metern seitlich und ebenfalls 6 Metern in Gesangsrichtung. Sofern mit Mund-Nasen-Bedeckung gesungen wird, kann der Abstand etwas verringert werden.

Denkbar ist der Einsatz von Solisten oder einer Kleingruppe von Sängerinnen und Sängern. Die maximale Anzahl der Sängerinnen und Sänger ist abhängig von der Größe des Raums; sie ist aber aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens auf maximal zwei Personen zu begrenzen. Die zulässige Anzahl der Gottesdienstbesucher sollte um die Zahl der eingesetzten Sängerinnen und Sänger verringert werden.

Bei Freiluftgottesdiensten ist die Zahl von Sängerinnen und Sängern aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens ebenfalls auf maximal zwei Personen begrenzt. Auch hier gilt die Empfehlung, zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden einen Abstand von 3 Metern seitlich und 6 Metern in Gesangsrichtung, bei intensivem, professionellem Gesang bis zu 6 Metern seitlich und ebenfalls 6 Metern in Gesangsrichtung einzuhalten.

Chorproben:
Chorproben sind momentan nur zur Vorbereitung auf einen konkreten Gottesdiensteinsatz zulässig.


c. Einsatz und Proben von Posaunenchören

Einsatz von Blasinstrumenten:
Untersuchungen haben ergeben, dass die Aerosolbelastung durch Blasinstrumente etwas geringer ist als beim Chorgesang. In Kirchen ist der Einsatz von Blasinstrumenten im Gottesdienst möglich. Dabei ist zu beachten, dass die Aerosolbelastung von der Dauer des Einsatzes abhängt. Je kürzer die Dauer des Spielens, desto geringer ist die Aerosolbelastung. Beim Spielen ist dabei auf ausreichend Abstand zu achten. Die zuständige Berufsgenossenschaft (VBG) empfiehlt einen Abstand von mindestens 3 Metern seitlich und nach vorn. Die maximale Anzahl der Bläser ist abhängig von der Größe des Raums. Bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in Räumen sollte die maximale Besucherzahl um die Anzahl der anwesenden Bläser reduziert werden. Auch in sehr großen Kirchen mit viel Abstand sollten nicht mehr als 5 Bläser eingesetzt werden.

Auch bei Freiluftgottesdiensten ist der Einsatz von Bläserensembles möglich. Auch hier gilt aber die Empfehlung, einen Abstand von 3 Metern seitlich und nach vorn zu anderen Mitwirkenden und Teilnehmenden einzuhalten. Es sollen nicht mehr als 5 Bläser eingesetzt werden.

Proben von Bläserinnen und Bläsern:

Proben von Bläserinnen und Bläsern sind momentan nur zur Vorbereitung auf einen konkreten Gottesdiensteinsatz zulässig.

Eine Beschränkung der Anzahl der Teilnehmenden an einer Probe besteht nach der Corona-Verordnung in Niedersachsen nicht. Insoweit sind insbesondere Proben im Freien möglich. Bei Proben in Räumen bleibt die Gefahr der kritischen Virenbelastung durch Aerosole bestehen. Bei Proben in Räumen wird daher empfohlen, die Zahl der Teilnehmenden weiterhin deutlich zu begrenzen, sofern kein maschinelles Lüftungssystem vorhanden ist. Räume für Chorproben müssen ausreichend groß und gut belüftet sein. Die maximale Anzahl der Teilnehmenden hängt von der jeweiligen Raumgröße ab, ist aber aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens auf maximal 5 Teilnehmende zu beschränken.

Auch diesbezüglich empfiehlt die Berufsgenossenschaft (VBG), einen Abstand von mindestens 3 Metern nach vorn und seitlich einzuhalten.

Das Hygienekonzept, das schriftlich zu erstellen ist, muss die bereits bei Chorproben benannten Punkte enthalten. Für Bläserinnen und Bläser gilt darüber hinaus:

  • Alle Teilnehmenden bringen für sich einen mindestens einen Liter fassenden verschließbaren Behälter zum Entsorgen ihres Kondenswassers mit. Den füllen sie zu Hause wahlweise mit etwas Sand oder auch einigen Einmaltüchern. Beides soll anschließend zu Hause entsorgt werden.
  • Die Unterrichtsteilnahme ist nur möglich, wenn jeder und jede eigenverantwortlich das Auffangen des Kondenswassers wie beschrieben gewährleistet.
  • Auf „Lippenbuzzing“ und reine Mundstückübungen sollte bis auf weiteres verzichtet werden.

Auch im Blick auf die Durchführung der Proben von Chören und Bläsern hat der Kirchenrat/das Presbyterium zu beschließen, dass entsprechende Angebote in den Kirchen oder Gemeindesälen möglich sind. Es ist ein örtliches Hygienekonzept zu beschließen, das auch regelt, wo die gesammelten Daten aufbewahrt werden. Verantwortlich für den abstandsgerechten Aufbau der Stühle vor dem Unterricht sind die Unterrichtenden.

 

IV. Kirchliche Angebote und Veranstaltungen

a. Kirchliche Veranstaltungen
Aufgrund der aktuellen Verordnung sind bis 31. Januar 2021 keine präsentischen Veranstaltungen für Erwachsene zulässig.

Vom Kirchenrat/Presbyterium muss ein beschlossenes Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) für die Gemeinderäume vorliegen und bekannt sein.

b. Basare etc.
Aufgrund der aktuellen Verordnung sind Messen, Spezialmärkte und ähnliche Veranstaltungen bis 31. Januar 2021 nicht zulässig.

c. Kulturelle Veranstaltungen
Aufgrund der aktuellen Verordnung sind kulturelle Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerte oder Äähnliches, bis 31. Januar 2021 nicht zulässig.
Gleiches gilt für Führungen von Gruppen unter freiem Himmel und Führungen in Kirchen.

Ein eigenständiger Besuch der Kirche (offene Kirche) ist möglich. Hierbei ist aber dafür Sorge zu tragen, dass die Abstands- und Hygieneregelungen durch die Besucher eingehalten und dauerhaft Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden.


d. Gemeindefahrten

Aufgrund der aktuellen Verordnung sind touristische Busreisen bis 31. Januar 2021 nicht zulässig.

 

V. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

a. Konfirmandenunterricht
In Niedersachsen ist der Konfirmandenunterricht in Einrichtungen der Kirchengemeinde unter der Voraussetzung zulässig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt, dass jede Person beim Betreten und Verlassen der Einrichtung sowie beim Aufenthalt in der Einrichtung einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, einhält. Dies gilt auch für die einzunehmenden Einzel-Sitzplätze. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen (vgl. Kap. I. b.), das mögliche Ansteckungsgefahren minimiert. Dieses Konzept sollte sich an den Empfehlungen zum Gottesdienst orientieren.

Für die Zeit des Lockdowns wird dringend empfohlen, nach Möglichkeit Unterricht in digitaler Form durchzuführen. Der Kontakt mit den einzelnen Konfirmanden und Konfirmandinnen sollte dabei aufrechterhalten werden.


b. Kindergottesdienste

Es gelten weiterhin die Empfehlungen aus dem Rundschreiben Nr. 008/2020 von 17. Juni 2020. In Abstimmung mit der EKD wird dringend angeraten, das Feiern von Kindergottesdiensten aufgrund der aktuellen Lage nicht übereilt in den Gemeinden vor Ort anzubieten. Bei Fragen steht das Landesjugendpfarramt zur Verfügung:
Pastor Bernhard Schmeing, Tel.: 0 491 – 91 98 211 -


Siehe Rundschreiben vom 17. Juni 2020 als pdf.


c. Gemeindliche Angebote für Kinder und Jugendliche
Zulässig sind gemeindliche Angebote für Kinder- und Jugendgruppen bis zu zehn Personen einschließlich der Aufsichtspersonen. Auch hierfür ist ein Hygienekonzept zu erstellen, das u.a. auch den Abstand von 1,50 m berücksichtigt. Es wird dringend geraten, dass in geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird; bei einer Inzidenz ab 50 darüber hinaus auch im Freien.

Wir empfehlen, sich an dem allgemeinen Hygienekonzept des Landesjugendringes Niedersachsen zu orientieren: https://www.ljr.de/grundlagen/corona/hygienekonzept.html

Zudem ist es verpflichtend den Familiennamen, den Vornamen, die vollständige Anschrift und eine Telefonnummer jeder Teilnehmerin bzw. jedes Teilnehmenden zu dokumentieren und die Daten für die Dauer von drei Wochen aufzubewahren. Ohne diese Dokumentation darf der Zutritt zu dem Angebot bzw. der Jugendgruppe nicht gewährt werden. Die Dokumentation ist dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen vorzulegen. Spätestens einen Monat nach Beendigung der Aufführung sind die Daten der betreffenden Person zu löschen.


d. Eltern-Kind-Gruppen
Eltern-Kind-Gruppen können bis zum 31. Januar 2021 nicht durchgeführt werden.


e. Konfirmanden-, Jugend- und Familienfreizeiten
Freizeiten von Gruppen Minderjähriger sind bis zum 31. Januar 2021 nicht möglich.

Sofern Reisen abgesagt werden, können möglicherweise Ausfall- und Stornokosten entstehen. Diese sind nicht durch eine Versicherung abgedeckt. Die Landeskirche prüft derzeit, inwieweit sie sich an den Ausfallkosten beteiligen kann. Bitte reichen Sie ggf. beim Landesjugendpfarramt einen Nachweis über entstandene unabweisbare Stornokosten ein.


f. Fort- und Weiterbildung und außerschulische Bildungsarbeit von Jugendlichen

Die Fort- und Weiterbildung und außerschulische Bildungsarbeit von Jugendlichen ist präsentisch nur unter Beachtung der Hygienebedingungen zulässig.

Es wird dringend empfohlen, verstärkt digitale Möglichkeiten einzusetzen.

 

VI. Seelsorge

Zum Selbstschutz und vor allem zum Schutz anderer ist es ratsam, persönliche Kontakte in der Seelsorge derzeit auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Stattdessen sind die Pastorinnen und Pastoren und die ehrenamtlich Tätigen gebeten, Seelsorge vor allem per Telefon und Brief zu leisten und feste Telefon-Sprechstunden anzubieten. Sofern Besuche in den Privathäusern erfolgen, insbesondere bei Menschen, die wenig Kontakte haben, ist auf Folgendes zu achten:

  • Es ist eine Einverständniserklärung der zu Besuchenden zu erteilen.
  • Beim Hausbesuch sind die Abstands- und Hygieneregelungen einzuhalten und es ist ständig eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Es wird die dringende Empfehlung ausgesprochen, dass hierfür durch die Kirchengemeinde geeignete Mund-Nasen-Bedeckungen (insbesondere FFP2 Masken ohne Ventil) zur Verfügung gestellt werden.

Seelsorgerinnen und Seelsorgern sollen auch während des Lockdowns Zugang zu Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Heimen und unterstützenden Wohnformen sowie Einrichtungen der Tagespflege haben. Dies kann allerdings mit Auflagen verbunden werden, die die Gefahr einer Infektion vermindern. Es ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob ein Besuch in einem Heim aus seelsorgerlichen Gründen notwendig ist. Insbesondere sind die Auflagen der jeweiligen Hausleitung zu beachten und konkrete Absprachen frühzeitig zu treffen.

Grundsätzlich gilt auch für seelsorgerliche Gespräche, dass das allgemeine Abstandsgebot einzuhalten ist.


VII. Diakonie


a. Kindertagesstätten (§ 12)
Bis zum 31. Januar 2021 ist der Betrieb von Kindertagesstätten untersagt.

Ausnahme hiervon sind lediglich für
a) die Betreuung von Gruppen, in denen sich ausschließlich Kinder befinden, denen Hilfe nach dem Neunten Buch des Sozialgesetzbuchs gewährt wird und
b) die Notbetreuung in kleinen Gruppen zulässig.


Darüber hinaus beachten Sie bitte die besonderen Anweisungen der Behörden (vor allem der Gesundheitsämter).

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite des Kultusministeriums.


b. Weitere diakonische Angebote
Soziale und karitative Veranstaltungen kirchlicher Träger sind möglich. Dazu gehören Gruppen- oder Beratungsangebote. Auch hier sind das Einhalten der Abstandregeln und ein Hygienekonzept (vgl. Kap. I. b.) vorgeschrieben.


VIII. Organisatorisches

a. Gremienarbeit
Zulässig sind Sitzungen der durch Rechtsvorschrift vorgeschriebenen Gremien, z.B. Kirchenrat/Presbyterium, Moderamen o.ä.. Bei den Sitzungen ist sicherzustellen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, insbesondere, dass die Anwesenden auf Plätzen sitzen, die mindestens jeweils 1,50 Meter Abstand haben. Bis zum Einnehmen des Sitzplatzes ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Soweit dies möglich ist, wird empfohlen, entsprechende Sitzungen digital durchzuführen. Alle Synodalverbände haben über die Gesamtkirche einen Zugang zu einem Konferenzsystem erhalten. Über die Synodalverbände oder das Landeskirchenamt können digitale Konferenzräume auch für Kirchengemeinden eingerichtet werden.


b. Gemeindebüros

Gemeindebüros können grundsätzlich geöffnet werden. Es ist allerdings sicherzustellen, dass auch hier das Abstandsgebot und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für den Besuchs- und Kundenverkehr eingehalten wird. Gegebenenfalls sollten Mitarbeitende, die Besucherverkehr haben, durch eine Abtrennung durch Plexiglas oder ähnlich geschützt werden.


c. Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen
Dienstreisen, Besprechungen und Konferenzen sind auf dringende und unaufschiebbare Termine zu begrenzen. Nach Möglichkeit sollen Besprechungen und Konferenzen in Form einer Videokonferenz stattfinden. Dies gilt insbesondere für dienstliche Besprechungen. Dienstreisen können stattfinden, allerdings ist das individuelle Risiko für Mitarbeitenden auf ein Minimum zu reduzieren; es wird auf Satz 1 verwiesen.


d. Vermietung gemeindlicher Räume
Die Vermietung von Gemeindehäusern oder ähnlichen Räumen ist zulässig, soweit die jeweilige Veranstaltung im Rahmen der Nds. Corona-Verordnung gemäß § 9 Abs. 2 zulässig ist.

Für private Feierlichkeiten gilt aufgrund der aktuellen Gesetzeslage, dass diese nur mit Personen des eigenen Hausstands und höchstens einer weiteren Person oder als Einzelperson mit mehreren Personen aus einem gemeinsamen Hausstand zulässig sind. Begleitpersonen oder Betreuungskräfte, die erforderlich sind, um Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen, werden nicht eingerechnet. Eine weitere Person ist zulässig, soweit diese Dritte im Sinne des § 1684 Abs. 4 Satz 3 BGB ist.


e. Aus-, Fort- und Weiterbildung

e.a. Berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung

Eine berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung kann unter Beachtung der Hygienebedingungen stattfinden. Sie sollte, wenn möglich, digital durchgeführt werden.

e.b. Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen (Erwachsene)

Die Aus-,,Fort-, Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen (Erwachsenen) ist aufgrund der aktuellen Verordnung nur digital zulässig.


f. Arbeits- und dienstrechtliche Fragestellungen
Auch angesichts der Covid-19-Pandemie gilt weiterhin, dass die Mitarbeitenden aus dem Dienstvertrag grundsätzlich zur Erbringung des vereinbarten Dienstes verpflichtet sind. Dies gilt zunächst auch für Mitarbeitende, für die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe eine besondere Gefährdung durch eine Infektion mit dem Covid-19-Erreger besteht. Voraussetzung ist jedoch, dass das Risiko einer Infektion nach betriebsärztlicher Einschätzung vertretbar ist. Dafür tragen beide Seiten eine jeweils eigene Verantwortung.

Gemäß § 618 BGB hat der Arbeitgeber aber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitenden und ist gemäß § 3 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Da die Arbeits- und dienstrechtlichen Fragestellung in diesem Zusammenhang sehr vielfältig sein können, bieten wir auch diesbezüglich die Beratung im Einzelfall an.
Ansprechpartner sind:

Für alle weiteren Rückfragen zu der Verordnung stehen Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung:


Das Moderamen der Gesamtsynode hat am 15. Juli 2020 diese Regelungen beschlossen und den Kirchenpräsidenten gebeten, situationsbedingte Anpassungen vorzunehmen. Dies ist am 3. September 2020 im Blick auf die Kirchenmusik und am 21. September im Blick vor allem auf Gottesdienste und Abendmahl geschehen. Eine weitere Anpassung erfolgte am 5. Oktober 2020 im Hinblick auf das Beheizen und Lüften von Kirchen während der Corona-Pandemie.

Am 11. Januar 2021 sind die Änderungen eingepflegt worden, die sich aus der Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV vom 30. Oktober 2020 in der Fassung vom 8. Januar 2021 ergebenden (fett und kursiv hervorgehoben).