Gottesdienst am Küchentisch

Liebe Geschwister.
Ich benutze diese Anrede heute sehr bewusst.
Wir gehören zur Familie Mensch.
Und befinden uns wohl alle in diesen Tagen in einer besonderen Situation,
die besondere Maßnahmen erfordert.

Die rasche Ausbreitung des COVID 19-Virus legt weite Teile unseres gesellschaftlichen Lebens lahm. Wir sind angehalten, Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Unsere Kirchengemeinden haben alle Gottesdienste, Veranstaltungen und Besuche abgesagt. Vielleicht haben aber auch Sie grade in diesen Tagen das Bedürfnis nach Austausch, nach einem guten Wort, nach einem Gebet?

Ich lade Sie herzlich zu einem gemeinsamen Gottesdienst ein!

In anderer Form als gewohnt. An einem anderen Ort als in unserer Kirche. Dort eben, wo Sie leben und diese besonderen Tage verbringen: In Ihrem Zuhause.

Und doch gemeinsam mit anderen! Verbunden im Geist.

Alles, was Sie brauchen haben Sie: Eine Kerze, meinen Brief an Sie und ein paar Minuten Zeit am Sonntag um 10 Uhr.

Ich grüße Sie herzlich in diesen außergewöhnlichen Tagen und wünsche Ihnen Gesundheit und Gottes Segen.
Ihre
Steffi Sander, Pastorin


Foto: Ulf Preuß

Ein kleiner Gottesdienst - zu Hause und doch nicht allein
am Sonntag um 10 Uhr

Glockengeläut

Kerze entzünden

Stille

Eingangsworte
Ich bin hier. Allein. Und doch durch Gottes Geist verbunden mit anderen.
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Unser Anfang und unsere Hilfe
stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der seinen Bund und seine Treue hält ewiglich.
Und der niemals loslässt ein Werk seiner Hände. Amen

Gebet
Gott. Da bin ich. Allein. Und doch nicht allein: Du bist hier.
Andere beten auch zu Dir. Genau jetzt. Das verbindet uns. Miteinander. Und mit Dir.
Du bist eben nicht an bestimmte Orte gebunden. Du bist da, wo ich bin.
Ich leg Dir heute Morgen alles hin, was ist. Und es ist so viel.

Stille
Ich bitte Dich, Gott: Behüte, was wir lieb haben. Das Leben. Und unsere Lieben.
Amen

Psalm 121
1 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen
Impuls zu 1. Kor 13,13
Vielleicht.
Vielleicht ergeht es auch Dir so.
In diesen seltsamen Tagen:
Deine Pläne sind auf den Kopf gestellt.
Deine Sicherheiten sind in Frage gestellt.
Viele behaupten vieles - das sei mal so dahingestellt.
Du fühlst Dich weggestellt.
Besuch wird abbestellt.
Und es stellen sich Dir dennoch tausend Fragen.
Weil alle in Habachtstellung.
Und das Leben gefährdet ist.
In diesen seltsamen Tagen.
Deine Beziehungen verändern sich.
Du hast Sehnsucht.
Musst verzichten.
Auf Gewohntes.
Auf Freiheit. Selbstbestimmung. Sicherheit!
Auf Begegnungen mit anderen Menschen.
Vielleicht auf Deine Arbeit.
Oder auf ein lang geplantes Fest mit denen, die Du lieb hast.
Die COVID 19-Pandemie stellt uns vor Herausforderungen.
Und sie schränkt uns ein.
Vieles von dem, was unser Leben ausmacht:
„Findet nicht statt“.
Stattdessen „Stay home!“.
Du bist allein.
Und doch - dafür hat einer gesorgt, ganz ohne zu hamstern:
Wird es Frühling.
Er sucht sich seinen Weg.
Steckt seine Fühler durch die noch so kleinsten Ritzen.
Frühlingsblumen strecken ihre Köpfe durch die Erde.
Himmelssüchtig.
Zeigen: Frühling findet statt!
Sonnenlicht findet statt!
Leben findet statt.
Und am Abend, wenn der Tag sich neigt, ist der Mond am Firmament.
Nachtleuchten findet statt!
Glaube findet statt!
Hoffnung findet statt!
Und die Liebe findet statt!
Die Liebe ist nicht abgesagt.
Im Gegenteil: Einer hat sie angesagt.
Ganz laut.
Dir zum Leben.
Amen

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.
Die Liebe aber ist die größte unter ihnen. (1. Kor 13,13)

Unservatergebet
Unser Vater im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille
geschehe - wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib
uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segensbitte
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden. Amen.

Stille

Kerze auspusten


Ein Entwurf von Steffi Sander, Pastorin in Groß Midlum, Hinte und Westerhusen

Der Gottesdienstplan kann per Mail oder Social Media verbreitet werden. Die Gemeinden Groß Midlum, Hinte und Westerhusen habe ihn als Ausdruck über die noch geöffneten Geschäfte verteilt. Und er kann natürlich auch verändert werden.