Reformationssommer in Emden

Ausstellungen in Bibiliothek, Landesmuseum und Kunsthalle

Menschenschicksale aus der Reformationszeit stehen ab Sonntag (14. Mai) im Zentrum einer Doppelausstellung in Emden. Unter der Überschrift "Reformation und Flucht - Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert" führen 15 historische und fiktive Personen die Besucher "am Vorabend der Reformation und in den folgenden Zeiten" durch die Stadt und die Region, sagte Kurator Klaas-Dieter Voß. Tausende Glaubensflüchtlinge hätten binnen weniger Jahre die kleine Provinzstadt Emden zu einer der größten und wirtschaftlich erfolgreichsten Städte ihrer Zeit gemacht. Die Schau ist mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek und dem Ostfriesischen Landesmuseum zu sehen.


Die Kunsthalle Emden zeigt ab Sonnabend (13. Mai) in einer Sonderschau unter der Überschrift "Your Story!" insgesamt 60 Kunstwerke von Flüchtlingen der Geschichte und Gegenwart. Zu sehen seien Werke von Exilkünstlern wie Max Beckmann, der Nazi-Deutschland in den 1930er Jahren verlassen musste, und Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die aus Syrien, Eritrea oder dem Iran fliehen mussten, teilte die Kunsthalle mit.


Alle drei Ausstellungen enden am 5. November.


www.jalb.de
www.landesmuseum-emden.de
www.kunsthalle-emden.de


"Schepken Christi" im Emder Hafen

Ab 22. Juni schließlich öffnet die Ausstellung „Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation – 500 Jahre Migration“ auf einem historischen Segelschiff im Emder Hafen. Dieses „Schepken Christi“ war schon zentrales Motiv der Stadt Emden und der Evangelisch-reformierten Kirche beim Europäischen Stationenweg zum Reformationsjubiläum im März. In Videoportraits werden dort Geschichten von Flucht und Ankunft erzählt und spannen so eine Brücke von der Migration der Reformationszeit zur aktuellen Migratio, so der Reformationsjubiläumsbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche, Sven Kramer.